/ Bibel heute
Die Auseinandersetzung in Antiochia
Brigitte Seifert über Galater 2,11-21.
Als aber Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er hatte sich ins Unrecht gesetzt...
Bei den ersten Christen kam es immer wieder zu erheblichen Konflikten. Unterschiedliche Traditionen machten oft Probleme. Sollen nun die Christen aus Heidenvölkern Traditionen der jüdischen Christen übernehmen? Das war z.B. eine Frage, die für Unruhe sorgte. Hören Sie dazu aus dem 2. Kapitel des Galaterbriefs die Verse 11-21.
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Kommentare (6)
@Peter J.: P.S.: Dies ist das „mosaische“ Gesetz:
„1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht … mehrmißbrauchen.
3. Du sollst den Feiertag heiligen.
4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
5. Du sollst nicht töten.
6. Du sollst nicht ehebrechen.
7. Du sollst nicht stehlen.
8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.“
Das „gilt“ auch im praktischen Leben eines Christen.
@Peter J.: Ich muss das Gesetz nicht mehr fürchten, weil meine Strafe von Jesus getragen wird. In dieser Glaubensfreiheit kann ich anderen Menschen, so lange sie auf dem Boden des Evangeliums stehen, … mehrauch ihre Glaubensfreiheit lassen. Ein Christ muss sich aber scharf von allen Lehren abgrenzen, die nicht z.B. dem Apostolischen Glaubensbekenntis entsprechen; Christen und Nichtchristen beten eben nicht „alle zum gleichen Gott“. Daneben steht die freundliche Einladung an alle und das liebevolle Umgehen mit allen, die Jesus noch nicht als ihren Heiland angenommen haben. — Es ist widersprüchlich zu sagen, das Gesetz gelte für alle, aber für Christen gelte es „im praktischen Leben“ nicht. Der Heilige Geist bewirkt vielmehr, dass das Gesetz nicht mehr „von außen“ auf mich einwirkt, sondern „von innen“ in mir und aus mir heraus wirkt: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“ (Jer.31,33b = Hebr.8,10) Jesus hat in Mt.5,17ff. gerade vom Aufrichten und von der Erfüllung des Gesetzes gesprochen, und es findet sich bei ihm auch keine Abqualifizierung des „mosaischen“ Gesetzes. Er sagt sogar: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt.5,20) Und das hat er mir auch möglich gemacht, eben indem er mir das Gesetz des Vaters in mein Herz und in meinen Sinn legt.
@Peter W.: damit meine ich, dass verschiedene Christen 'nicht mehr unter dem Gesetz' so verstehen, dass das mosaische Gesetz nach wie vor für alle Menschen gültig sei, lediglich nicht mehr … mehrentscheidend für das Heil ist(salopp: der Christ kommt unabhängig vom Gesetz in den Himmel). Ich bin zum Schluss gekommen, dass Jesusnachfolger (Christen) tatsächlich 'nicht unter dem Gesetz (Mose)' sind, d.h. im praktischen Leben ist das Mosegesetz nicht gültig. Jüdische Menschen (ohne Jesusglauben) sind nach wie vor unter dem Gesetz Mose weil sie Jesus ablehnen, Nichtjüdische Menschen ohne Jesus werden ohne Gesetz verlorengehen (gerichtet nach ihrem Kenntnisstand bzw. Gewissen) (Römer 2,12.14ff). Christen stehen unter dem Gesetz Christi, was die Essenz des Mosegesetzes ist. Christen (Jesusnachfolger aus Juden und Heiden) formen das (geistliche) Israel (zusammen mit den wahren Gläubigen des AT) im Unterschied zu dem 'Israel nach dem Fleisch' und den Heiden (nach dem Fleisch).
„Lediglich“ das Heil?
Vielen Dank für die guten Worte. Wir dürfen wirklich froh und dankbar sein, dass wir nicht mehr unter dem Gesetz Mose leben müssen, sondern befreit sind von den Forderungen und Regeln und unter dem … mehrGesetz Christi sind, dem Liebes- und Glaubensgebot in der Nachfolge Jesu (zB Römer 13,8ff; Römer 14,23b). Es geht hier ja nicht lediglich um die Rechtfertigung, die Frage des Heils, sondern unsere praktische Lebensführung. Bauen wir keine Mauern auf, sondern leben wir in der Freiheit der Liebe Gottes.
Nicht dadurch werde ich gerecht vor Gott, dass „die Vorwürfe gegen mich hinfällig werden“ (Min.7:42/8.05), sondern dass Jesus die Vorwürfe auf sich zieht und die Strafe für mich verbüßt: Den Tod am … mehrKreuz. Dadurch wird das Gesetz e r f ü l l t und n i c h t aufgehoben.
— Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. *Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. (Mt.5,17-18)
— Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns. (Gal.3,13a)
— Wie? Heben wir das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf. (Röm.3,31)