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Das Ende des Herodes Agrippa

Der Bibeltext Apostelgeschichte 12,18-25 – ausgelegt von Friedhelm Muus.

Als es aber Tag wurde, entstand eine nicht geringe Verwirrung unter den Soldaten, was wohl mit Petrus geschehen sei. Als aber Herodes ihn holen lassen wollte und ihn nicht fand, verhörte er die Wachen und ließ sie abführen. Dann zog er von Judäa hinab nach Cäsarea und blieb dort eine Zeit lang. Er wollte aber Krieg führen gegen die Einwohner von Tyrus und Sidon. Sie aber kamen einmütig zu ihm und überredeten Blastus, den Kämmerer des Königs, und baten um Frieden, weil ihr Land seine Nahrung aus dem Land des Königs bekam.[...]

Apostelgeschichte 12,18–25

Wenn es um die Lage unserer Wirtschaft geht, höre ich unter anderem immer wieder von einem Problem: dem Facharbeiter-Mangel.

Dies kann für Betriebe zu einem großen Problem werden und im schlimmsten Fall sogar zur Schließung des Unternehmens führen.

Herodes Agrippa mangelte es anscheinend auch an Fachkräften in seiner Justizabteilung. 
Herodes hatte doch eindeutige Anweisungen zu einer strengen Bewachung des Gefangenen Petrus gegeben. Herodes wollte Petrus dem Volk vorführen und sich selbst bei dieser Gelegenheit feiern lassen. Nun befahl er, dass Petrus geholt werden sollte, doch der war nicht mehr da. Es waren nur völlig verwirrte Soldaten anzutreffen, aber kein Petrus.

Was waren das nur für Soldaten, denen ein schwer bewachter, in Ketten gefesselter Gefangener einfach so entkam. Das konnten wahrlich keine guten Fachkräfte gewesen sein. Herodes ließ die Wachen umgehend zum Verhör kommen. Sie konnten ihm aber offensichtlich nicht erklären, was oder wie Petrus sich befreit hatte und entkommen konnte.

Konsequenz, die Soldaten, die eigentlich die Flucht des Petrus gar nicht verschuldet hatten, wurden abgeführt und selbst ins Gefängnis geworfen.

Herodes wandte sich danach anderen Dingen zu. Er zog nach Cäsarea und plante einen Krieg gegen die Einwohner von Tyros und Sidon, da diese ihn anscheinend verärgert hatten.

Die wollten aber auf keinen Fall mit Herodes Krieg führen, weil sie von ihm abhängig waren. Sie bezogen von Herodes für sie notwendige Lebensmittel. Wirtschaftliche Abhängigkeiten zwingen oft dazu, sich unterzuordnen. Sie hatten zwischenzeitlich den Kämmerer des Königs, Blastus, auf ihre Seite gezogen und kamen jetzt mit seiner Unterstützung und baten um Frieden. 

Auch in unserer heutigen Zeit wird an einigen Orten dieser Welt um Frieden gebeten, leider bisher mit wenig Erfolg, da einige Machthaber unbedingt ihren Machtbereich mit Gewalt erweitern wollen und sich davon nicht abbringen lassen.

Herodes betrat seinerzeit machtvoll mit königlichem Gewand den Thron und hielt eine Rede an das Volk. Diese Rede war König Herodes wohl gut gelungen und muss die Menschen beeindruckt haben, denn das Volk schmeichelte ihm. Sie sagten: So kann kein normaler Mensch reden, das ist die Stimme Gottes.

Das gefiel Herodes natürlich. Er stellte nicht klar, dass er nur ein Mensch ist, sondern ließ sich weiter als Gott feiern. Doch hier war er zu weit gegangen, Gott lässt sich nicht spotten.

Bald darauf wurde er von Gott mit einer qualvollen Krankheit gestraft und verstarb daran. Die Zeit des Herodes Agrippa war vorbei.

Doch wie uns berichtet wird, breitete sich das Wort Gottes trotzdem weiter aus und bewirkte viel.

Auch in unserer Zeit erlebe ich Machthaber, die sich gerne von ihren Anhängern feiern lassen und für die, die nicht mitfeiern und Widerspruch wagen, wird es oft gefährlich. Diese Mächtigen bringen leider viel Unruhe, Unsicherheit, Leid, Trauer und Krieg in unsere Welt.

Und ich muss sagen, ich frage mich dann manchmal schon, wo ist unser Gott, warum greift er nicht ein? Oder ich kämpfe schon mal mit Problemen, die sich einfach nicht lösen lassen wollen und warte vergebens auf Gottes Handeln und Eingreifen.

Doch die Bibelverse aus der Apostelgeschichte lehren mich: Gottes Gedanken sind nicht immer meine Gedanken.

Gottes Zeitmaß ist nicht das meine, aber am Ende des Tages ist Gott doch mächtiger als die Machthaber dieser Welt und auch mächtiger als die Probleme, die mich beschäftigen. Hier hilft nur eins: Gottvertrauen!

Letztlich hält unser Gott doch diese Welt und mein ganz persönliches Leben in seiner Hand und wird es zum Guten führen. Sein Wort und seine Botschaft von der Macht der Liebe hat alle Mächtigen dieser Welt überlebt.

Gott ist da! – wer mag wider uns sein? So fragt der Apostel Paulus im Römerbrief.
Das ist meine Zuversicht und Hoffnung für diese Welt und mein Leben.

Schließen möchte ich mit Worten von Martin Luther King:

„Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die Gott heißt.
Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen.
Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln – zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.“

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