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/ Bibel heute

Aller guten Dinge sind drei

Der Bibeltext 5. Mose 31,1-8 – ausgelegt von Jürgen Schmidt.

Und Mose ging hin und redete diese Worte mit ganz Israel und sprach zu ihnen: Ich bin heute hundertzwanzig Jahre alt, ich kann nicht mehr aus und ein gehen. Dazu hat der HERR zu mir gesagt: Den Jordan hier sollst du nicht überschreiten! Der HERR, dein Gott, wird selber vor dir hergehen. Er selber wird diese Völker vor dir her vertilgen, dass du ihr Land einnehmen kannst. Josua, der soll vor dir hinübergehen, wie es der HERR zugesagt hat.[...]

5. Mose 31,1–8

„Ich bin mit dir – ich gehe dir voran"

„Aller guten Dinge sind drei", sagt eine deutsche Redewendung, wenn etwas Gutes als „abgerundet" dargestellt werden soll. In der hebräischen Sprache wird ein Sachverhalt dreimal wiederholt, um seine herausragende Bedeutung zu unterstreichen. Das wurde mir bewusst, als ich in unserem Textabschnitt dreimal die Aussage Gottes las: „Ich bin mit Dir, ich gehe Dir voran." – Wie gut es ist, eine wichtige Persönlichkeit zu kennen, der ich folgen kann, habe ich in bester Erinnerung. Ich wusste, dass ein Freund, der weit weg wohnte, eine verantwortliche, berufliche Position hatte. Als ein Treffen zur Vorbereitung einer Angelegenheit anstand, sagte er zu mir: „Wir kommen uns entgegen und treffen uns in unserem Rechenzentrum." Als ich davorstand, empfand ich das Gebäude wie eine Festung. Dann begrüßte mich mein Freund und er ging mir voran. Er kannte den Weg im Gebäude genau und mit seiner autorisierten Chip-Karte öffneten sich alle Türen. Das war beeindruckend für mich. Es ist super, den Chef zu kennen, dachte ich!


Gottes Versprechen – gestern, heute und für immer

Es beeindruckt mich genauso, dass Mose seinem Nachfolger Josua und auch dem ganzen Volk Israel verspricht: Jahwe, der Schöpfer dieser Welt, will in der Zukunft immer da sein und vorangehen! Im Neuen Testament erklärt Jesus Christus, dass er der „gute Hirte" ist, der vor seinen Schafen hergeht und sie ihm folgen. Und im Zusammenhang mit dem Auftrag des Herrn Jesus Christus an seine Jünger, nämlich in die Welt zu gehen und zu ihm einzuladen, gibt er ihnen die Zusage: „Ich bin bei euch jeden Tag bis ans Ende der Welt." Sie merken: Dieses Versprechen, dass Gott da ist und vorausgehen wird, zieht sich durch die ganze Bibel und gilt bis heute.

Nun aber ist die Frage berechtigt: „Was heißt das denn, dass Gott selbst da ist, vorangeht und handelt?" Die Bibel ist voll von vielen praktischen Antworten. Hier in unserem verlesenen Bibeltext finde ich drei Aussagen, die ich mit Ihnen bedenken möchte:


Gott beruft Menschen – und geht mit ihnen

Zunächst fällt mir auf, dass Gott Menschen beruft. Mit ihnen zusammen will er auf dieser Welt handeln. Einer von vielen war Mose. Er wird in der Bibel „ein Freund Gottes" genannt. Die beiden standen in einem vertrauten Verhältnis zueinander. Eine ganze Menge ihrer freundschaftlichen Gespräche sind zum Nachlesen in den Büchern Mose im Alten Testament aufgeschrieben. Gerade in schweren Situationen hatte sich diese enge Beziehung bewährt. Nun aber war Mose alt. Mit der Perspektive, für immer bei Gott zu sein, übergab er sein Amt als Anführer des Volkes Israel an seinen Nachfolger Josua. Genau dazu hatte Gott ihn beauftragt. Dadurch war Mose auch bevollmächtigt, bei der Stabübergabe göttliche Worte mit großem Gewicht Josua und dem ganzen Volk weiterzugeben: „Seid stark und mutig! Habt keine Angst und erschreckt nicht. Denn der Herr, euer Gott, wird selbst mit euch gehen. Er wird euch nicht verlassen und euch nicht im Stich lassen!" Diese starke Zusage Gottes ist bis heute an die gerichtet, die bereit sind, „Handlanger Gottes" zu sein! Das heißt nicht, dass dann alles nach unseren Vorstellungen glatt verläuft. Aber wenn Gott da ist und vorangeht, können wir getrost und zuversichtlich losgehen!

Dann lese ich einige Aussagen über Gottes Wirken, die mich durchaus irritieren. Sie machen mir bewusst: Ich kleiner Mensch muss mich verneigen vor den Entscheidungen Gottes. Es steht mir nicht zu, diesen Herrn zu fragen, warum es zu seinem Plan gehört, ganze Volksstämme zu vernichten. Diese Aussage steht zweimal in dem verlesenen biblischen Textabschnitt und deutet das Ziel an: Gott wird Israel in das schon lange versprochene Land führen. Und alle sollen sehen: Wer sich gegen Gott stellt, kann nur verlieren!

Auch für mich heute sind Bilder aus Kriegsgebieten entsetzlich, die zeigen, wie Menschen sterben. Gott erklärt dazu an anderen Stellen der Bibel, dass er als der Schöpfer dieser Welt zu jedem Leben Anfang und Ende bestimmt. Mein Verstand weiß: Jeder Mensch muss sterben! Trotzdem bleibt Sterben schlimm. Ich habe für mich beschlossen, dass ich es Gott überlasse, wann dieser Zeitpunkt für jeden Menschen gekommen ist – auch für mich. Dieses „Ich bin mit Dir, ich gehe Dir voran" – lässt mich bei diesen Gedanken ruhig werden.


Gottes Souveränität und der Ruf zur Nachfolge

Als Drittes entdecke ich für die Beziehung zu dem gegenwärtigen Gott eine weitere Herausforderung: „Ihr sollt so handeln, wie ich es befohlen habe." Mose und Josua kannten das: Gott befiehlt und sie setzten den Befehl um. In unserer Gesellschaft sind Befehle unbeliebt. Sie werden als Beeinträchtigung der Freiheit angesehen. Dazu hat mir ein lieber Freund, der Marine-Offizier ist, sehr überzeugend erklärt: „Stell Dir vor, der Kapitän eines großen Schiffes gibt einen Befehl und die Mannschaft fängt an zu diskutieren, ob dieser Befehl denn so richtig sei. In der Zwischenzeit könnte das Schiff bei der Einfahrt in den Hafen die Kaimauer rammen und es würde ein großer Schaden entstehen."

An diesem Beispiel leuchtet mir ein, Befehle Gottes zu befolgen, wie sie in der Bibel stehen oder sie mir sein Heiliger Geist konkret in mein Leben sagt! Sie sind das Beste, was mir passieren kann: Sie kommen vom Chef, der den Überblick hat – sogar über die Zukunft! Die Umsetzung ist keine Beeinträchtigung der Freiheit, sondern Weisheit! Außerdem fällt es viel leichter, Anweisungen dessen zu befolgen, den ich gut kenne. Worte, die irgendjemand daher plappert, der mir völlig unbekannt ist, haben kaum Bedeutung. Daher lade ich Sie herzlich ein, die Beziehung zu dem unsichtbaren, aber spürbaren Herrn aller Herren zu intensivieren und ein „Freund Gottes" zu werden, wie Mose es war. Je mehr diese Beziehung wächst, umso wertvoller sind seine Worte. Menschen, die Gottes Wort verachten, kennen ihn nicht. Es ist doch super, den Chef zu kennen!

Gottes Aufträge umzusetzen, braucht Mut! Ich beschließe wieder neu, aufgrund der Zusagen des allmächtigen Gottes aufzubrechen, wie Josua es tat. Ich will mir Zeit nehmen, um zu hören, was der Geist Gottes mir sagt. Und dann das auch tun, zur Ehre Gottes. Kommen Sie mit?

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