/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Zwei Herren
Gedanken von Markus Baum zur Bibelstelle Matthäus 6,24
Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Vor ziemlich genau 2.000 Jahren hat Jesus von Nazareth, der Sohn der Maria, der Sohn Gottes, der populäre Lehrer und Heiler und Wundertäter, eine Menge buchstäblich merkwürdige Dinge gesagt. Eines seiner markantesten Gleichnisworte findet sich inmitten der Bergpredigt und lautet so: „Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“
Besonders der Nachsatz hat sich fest im kollektiven Bewusstsein verankert. Nun könnte man meinen: Wenn diese Aussage so nachhaltig im Gedächtnis ist, dann wirkt sich das doch sicher auch aus auf den Umgang mit dem lieben Geld. Aber der Wirklichkeitstest beweist: Der Kapitalismus grassiert auch und gerade in der westlichen Welt – gerade in protestantisch geprägten Nationen. Dabei reklamieren viele wohlhabende und auch manche schwerreiche Menschen für sich, dass sie Anhängerinnen und Anhänger des Rabbis aus Nazareth sind.
Was Jesus hier behauptet, läuft darauf hinaus: Der Mammon, das Sparbüchle, der Kontostand und das Depot haben die Tendenz, dass sie immer mehr von meiner Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen. Und das geht dann auf Kosten meiner Zeit und meiner Hingabe an andere Menschen – und erst recht kann der Mammon in Konkurrenz zu Gott treten. Es ist eine Entscheidungs- und Willenssache: Setze ich mein Vertrauen in und meine Hoffnung auf Gott, ist „Haben, als hätte man nicht“ eine faule Ausrede oder eine ernsthafte Übung? Ich will nicht dem Mammon auf den Leim gehen, sondern Gott dienen.
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Die Worte von Jesus in Matthäus 6,24 müssen für alle Wohlhabenden eine Provokation sein, gleich ob sie nun an Jesus Christus und das Evangelium der Rettung glauben, oder nicht. Paulus drückt dieselbe … mehrWahrheit in Kolosser 3,2-4 wie folgt aus – in Anlehnung an Matthäus 6,33: „Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist; denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott. Wenn der Christus, unser Leben, offenbar werden wird, dann werdet auch ihr mit IHM offenbar werden in Herrlichkeit.“ Meiner Meinung nach geht es hier nicht um das Geben des Zehnten, sondern um eine grundsätzliche Entscheidung von Christen, die dem HERRN Jesus gehören wollen. Es geht nicht, daß Jesus auf einem Esel nach Jerusalem reitet, und zweitausend Jahre später chauffieren Christen mit einem Auto durch die Lande, das einen Wert von 40.000 Euro aufwärts aufweist. „Geld verdirbt den Charakter“, so hat es einmal geheißen. Was machen die Christen mit dieser Wahrheit des gesunden Menschenverstandes in einem Zeitalter, da der Wohlstand von Jahr zu Jahr zugenommen hat? Und was Ernten wir heute auf diesem verwegenen Weg, immer MEHR haben zu wollen und haben zu müssen? Was ist das Ergebnis dieses unbändigen Strebens des Menschen in einem begrenzten und verletzlichen Lebensraum Erde? Sollten wir Christen nicht aufmerksamer sein für die „Zeichen der Zeit“?
Herzliche Grüße von Frank E.