/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Wer ist hier der Esel?
Gedanken von Miri Langenbach zum Bibeltext 4. Mose 22,31.
Da öffnete der HERR dem Bileam die Augen, dass er den Engel des HERRN auf dem Wege stehen sah mit einem bloßen Schwert in seiner Hand, und er neigte sich und fiel nieder auf sein Angesicht.
Ach, was wäre ich manchmal so froh über den berühmten und viel gewünschten Zettel vom Himmel! Kommt herabgeflattert in meine Hand, und dann steht da: "Miri, folgendendes: Du machst das jetzt so und so. Daraufhin wird dies und das passieren, ich mache aber dann was anderes. Deine Aufgabe dabei ist, dass du klipp und klar jenes sagst und dieses tust. Liebe Grüße, Gott" ... Wär schon schön.
Muss aber nicht unbedingt helfen. In der Bibel gibt es einen Mann namens Bileam, der sich selbst einen Seher nannte, dem ist all das passiert und er hat es trotzdem nicht verstanden. Der Höhepunkt des Unverstands ereignet sich auf dem Weg von Petor am Euphrat in Richtung Jericho, denn dort gegenüber lagerten die Israeliten, die er im Auftrag des Moabiterkönigs Balak verfluchen sollte.
Sein Eselchen benimmt sich allerdings sehr störrisch: stapft vom Weg ab ins Gelände, schrabbt Bileams Fuß an einer Mauer entlang und bewegt sich schließtlich gar nicht mehr nach vorne. Was der Esel sieht und Bileam nicht: Ein Engel versperrt ihnen den Weg. Das Tier spricht sogar mit dem Möchtegern-Seher und erklärt es ihm: Israel wird gefälligst nicht verflucht! "Da öffnete der HERR dem Bileam die Augen, dass er den Engel des HERRN auf dem Wege stehen sah mit einem bloßen Schwert in seiner Hand, und er neigte sich und fiel nieder auf sein Angesicht." (4. Mose 22,31)
Verrückt! Ich lerne daraus:
1. Gott sucht sich seine Leute, und manchmal sind es so gar nicht die, die ich ausgewählt hätte. Da brauche ich ein großes Herz für alle seine Schäfchen.
2. Wissen schützt vor Irrtum nicht. Bileam hatte von Gott eigentlich schon alles erklärt bekommen, er zieht trotzdem noch los, das Falsche zu tun. Auch ich brauche Weisheit, in gewissen Glaubensdingen nicht selbst zum Esel zu werden.
3. Für die verschlungenen Pfade und Blessuren des Lebens brauche ich Vertrauen, dass Gott in der unsichtbaren Welt die Kontrolle hat und behält.
Darum bete ich.
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