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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Vorsicht Geschichtsunterricht!

Annegret Schneider über 1. Chronik 18, 1-17.

Danach schlug David die Philister und demütigte sie und nahm Gat und seine Ortschaften aus der Philister Hand. Auch schlug er die Moabiter, sodass die Moabiter David untertan wurden und Tribut brachten. David schlug auch Hadad-Eser, den König von Zoba, bis Hamat hin, als er auszog, seine Macht aufzurichten am Euphratstrom.[...]

1. Chronik 18, 1-17

An meinen Geschichtsunterricht denke ich mit gemischten Gefühlen zurück. Mal schien mir das Ganze gähnend langweilig bis beängstigend und mal hochinteressant. Es kam ganz darauf an, welcher Stoff gerade behandelt wurde.

Ging es um irgendwelche Heerführer, deren Gegner und die Zahl der Toten auf beiden Seiten, dann fand ich das alles zum Abgewöhnen. Diese säbelrasselnden Typen gingen mir als harmoniebedürftiger Achtklässlerin gehörig auf die Nerven. Die Weisheit, dass man die Gegenwart nur verstehen kann, wenn man die Vergangenheit kennt, half mir in diesen Momenten nur wenig weiter.

Sobald es aber darum ging, wie ganz normale Menschen einen ganz normalen Alltag bewältigt  haben, wurde Geschichte lebendig. Und interessant. Nämlich in dem Augenblick, wo ich nachvollziehen konnte, wie Menschen in früheren Zeiten gelebt haben. Wie sie sich freuten, feierten, hungerten, froren, Häuser oder Hütten bauten, Felder bestellten, miteinander kommunizierten, Kinder erzogen, für Nahrung und Kleidung gesorgt haben und so weiter und so fort.

Auch im Alten Testament in der Bibel gibt es Geschichtsbücher. Das 1. Buch Chronik berichtet im 18. Kapitel von David, dem zweiten König Israels, der ein Volk nach dem anderen besiegt. Hilfe. Das klingt ja zunächst mal ähnlich wie die Berichte, mit denen wir uns im Geschichtsunterricht befassen mussten. Doch halt – bei näherem Hinsehen fallen mir zwei Aussagen in diesem Kapitel auf, die heben sich deutlich ab von den nervigen Schlachtenberichten aus den Schulgeschichtsbüchern.

So heißt es dort an einer Stelle: „Der HERR half David, wo er auch hinzog.“ Und etwas später: „So regierte David über ganz Israel und schaffte Recht und Gerechtigkeit seinem ganzen Volk.“ (1. Chronik 18,14 – LUT 2017).

Recht und Gerechtigkeit für das ganze Volk – das sind Stichworte, die mir gefallen und auch, dass eine Regierung letztlich offenbar unter dem Segen Gottes steht. Den Segen Gottes für ihr Volk erbitten, das ist wohl das Beste, was politisch Verantwortliche für ihr Land tun können. Auch heute noch. Und dazu muss man nicht einmal irgendein Würdenträger sein. Den Segen Gottes für sich und ihr Land erbitten können auch ganz normale Menschen, denen das Wohl ihres Landes am Herzen liegt.

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Kommentare (1)

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Ina F. /

Danke für die nette Andacht. Schade allerdings dass nicht wenigstens im Ansatz ein Bezug zu aktuellem schlimmem Kriegsgeschehen in Israel genommen wird. Das ist es doch, was Christen derzeit zutiefst mehr