/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Und am Ende ist alles anders
Gedanken von Hans Wagner zum Bibeltext 1. Mose 50,20.
Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.
Hinterher ist man immer schlauer. Dieser alte Spruch, der mir manchmal etwas verächtlich über die Lippen kommt, enthält eine große Wahrheit. Wir Menschen können uns zwar für das vor uns Liegende viele Gedanken machen. Was aber am Ende tatsächlich geschehen wird, wissen wir nicht. Es gibt so viele äußere Einflüsse und Faktoren, die wir gar nicht greifen können, geschweige denn einplanen. Dem dänischen Philosophen Sören Kierkegaard wird das Zitat zugeschrieben: "Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, muss es aber vorwärts leben."
Dazu passt die Josefsgeschichte im Alten Testament aus der Zeit der Stammväter Israels. Darin wird erzählt, wie Josef von seinen Brüdern in die Sklaverei verkauft wurde. Aber statt dabei ums Leben zu kommen, was zu erwarten war, steigt er zur rechten Hand des Pharaos auf. Am Ende der Geschichte wird Josef in einer Rede an seine Brüder wie folgt zitiert: "Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen."
Nicht nur unbekannte äußere Einflüsse spielen in unserem Leben eine Rolle, sondern auch die Ziele Gottes. Wir wissen nicht, warum wir manches erleiden. Es gehört für mich zu den unbarmherzigsten Formulierungen, in solchen Situationen zu sagen: "Wer weiß, was Gott damit vorhat!" Es ist allerdings schon die richtige Blickrichtung, wenn man auch in schweren Zeiten auf Gott schaut. Rückblickend verstehen und sehen, wie vielleicht Gutes daraus wird, das ist ein Geschenk Gottes. Ihm kann ich vertrauen, das ist meine Grundhaltung. Gott liebt mich. Und er liebt auch Sie!
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Sehr ermutigend!