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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Nur Worte?

Ellen Hörder-Knop über Johannes 1,1.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Johannes 1,1

Ein erwachsener Mensch redet durchschnittlich 16.000 Wörter am Tag. Kein Wunder, dass schon Johann Wolfgang von Goethe seinen Dr. Faust sagen lässt: „Der Worte sind genug gewechselt. Lasst mich nun endlich Taten sehen.“

„Große Worte und nichts dahinter“, sagen wir.  Was steckt in ihnen noch drin? Was ist an ihnen dran? In Zeiten von Facebook, Twitter & Co wird viel geredet und zerredet. Gefragt und hinterfragt.

Goethe ging von einem Kursverfall des Wortes unter den Menschen aus. Deshalb konnte er sich nicht mit dem ersten Satz des Johannesevangeliums abfinden:

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. (Joh.1,1)

Im Anfang war das Wort? Ein bloßes Wort? Johannes beginnt seinen Bericht über das Leben Jesu mit den ersten beiden Wörtern der Bibel. Dort spricht Gott sein schöpferisches Wort: Es schafft Neues, setzt Anfänge, bringt Hilfe. Bei Gott sind Wort und Tat eins. „Er spricht – und es geschieht. Er gebietet – und es steht da!“ (Ps.33), so lobt es ein Psalmdichter einige hundert Jahre später.

Seit Beginn der Schöpfung ist Gott auf der Suche nach Menschen, die sich ansprechen lassen. Sein Drang sich mitzuteilen, verkörpert sich schließlich in Jesus Christus.

Und welche Sprache ist erst das: Der Sohn Gottes stirbt am Kreuz für mich! Wenn er spricht: „Deine Sünden sind dir vergeben“, dann geschieht es. Dann kann mein Leben neu beginnen.

Gott steht zu seinem Wort. „Da steckt Leben drin“, beschreibt es Johannes. Es verfällt nicht. Höchste Zeit, ihn auch heute beim Wort zu nehmen.

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Kommentare (1)

Alexandra G. /

Toller Text, ein super Anstoß für den Tag und richtig schön vorgetragen. Bitte mehr davon. Vielen Dank