/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Nackenschmerzen
Gedanken von Markus Baum zu 5. Mose 9,6
So wisse nun, dass der HERR, dein Gott, dir nicht um deiner Gerechtigkeit willen dies gute Land zum Besitz gibt, da du doch ein halsstarriges Volk bist.
Die Bibel ist fraglos ein wichtiges Buch, ein großes und wirkmächtiges Stück Weltliteratur. Aber eine leichte Lektüre ist die Bibel wahrlich nicht.
Zu den verstörenden und befremdlichen Passagen der Bibel gehören die Abschnitte in den fünf Büchern Mose – und im Buch Josua, wo es um die Einnahme des Verheißenen Landes geht. Das Land zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer war ja nicht menschenleer, da lebten ja bereits Völker, und die waren verständlicherweise nicht begeistert, als da plötzlich die Israeliten an den Grenzen standen. Dem Volk Israel war seinerseits auch mulmig. Denn die kanaanitischen Völker hatten zum Teil den Ruf, sehr wehrhaft zu sein.
Das 5. Buch Mose Kapitel 9 berichtet davon, wie Mose an den Grenzen des verheißenen Landes zu den Israeliten spricht und sie auf die kommenden Zeiten einschwört. Nicht alles, was er zu sagen hat, ist schmeichelhaft. Zum Beispiel dieses hier: „Nicht wegen deiner Gerechtigkeit gibt dir der Herr, dein Gott, dieses gute Land. Nicht deswegen nimmst du es in Besitz. Denn du bist und bleibst ein halsstarriges Volk!“ – Sagt Mose.
Gott macht Geschichte mit seinem Volk nicht wegen, sondern trotz der inneren Einstellung und Performance der Leute. Und warum macht er das? Weil er es versprochen hat. Dem Urahn, dem legendären Vorfahren – Abraham. Gottvertrauen, wie Abraham es hatte – das müssen alle erst lernen und einüben, seine direkten Nachkommen – und erst recht die eingepfropften Zweige am Stammbaum des Glaubens. Halsstarrigkeit ist ein universales Leiden. Gottvertrauen ist ein probates Mittel dagegen – seit 3.300 und mehr Jahren.
© Ruth Schneider / ERF
Ihr Kommentar