/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Kleine Lehrmeisterinnen
Tanja Rinsland über Sprüche 6,6.
Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise!
Im Garten meines Elternhauses in Brasilien lebte eine Kolonie von Blattschneideameisen. Als Kind saß ich manchmal stundenlang neben ihrer langen Straße und schaute staunend zu, wie sie Blätter durch die Gegend transportierten, die vier bis fünfmal so groß waren wie ihre kleinen Körper. Wie ich später erfuhr, sammeln diese Ameisen die Blätter gar nicht zum eigenen Verzehr, sondern verarbeiten sie zu einem besonderen Nährboden für unterirdische Pilzgärten. Diese Pilze wiederum produzieren Stoffe, von denen sich die Ameisen ernähren können.
Erstaunlich. Da liefen also tausende kleine Farmerinnen durch unseren Rasen, und ich wusste es noch nicht mal.
In der Bibel, im Buch der Sprüche, findet sich eine humorvolle Aufforderung zu intensiven Naturstudien. Dort steht: „Beobachte die Ameise, du Faulpelz! Nimm ihr Verhalten zum Vorbild, damit du weise wirst.“ (Sprüche 6,6, NGÜ)
Nun, besonders faul war ich als Kind nicht, die Ameisen habe ich trotzdem gerne beobachtet. Und dabei einiges von ihnen gelernt.
- Erstens: Ameisen leiden nicht an Aufschieberitis. Sie überlegen nicht groß, ob sie denn Lust darauf haben, sich um neue Blätter zu bemühen. Sie tun es einfach.
- Zweitens: Ameisen sind innovativ. Ist ein Weg versperrt, finden sie einen neuen. Und zum Leidwesen so manches Hobbygärtners haben sie überhaupt keine Angst, neue und sogar weite Wege zu gehen.
- Drittens: Ameisen arbeiten zusammen. Für ein besonders schönes Stück Obst packen auch gerne mal dutzende kleine Ärmchen zu.
Mein Fazit: Wer Gottes wunderbare Schöpfung beobachtet, lernt Erstaunliches. Und das schon von seinen allerkleinsten Wunderwerken.
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Liebe Frau Rinsland. Ihren Beitrag habe ich so gerne gelesen.
Stimme Ihnen voll zu. Tägliche Beobachtungen in Gottes Schöpfung sind auch mir wunderbare Zeichen der Liebe Gottes und Seiner Allmacht.