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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Keine Floskeln bitte

Gedanken von Ellen Hörder-Knop zur Bibelstelle Römer 8,28

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.

Römer 8,28

Ich treffe mich mit einer Freundin – und merke sofort: Da stimmt was nicht. Sie lächelt, aber in ihren Augen liegt etwas anderes. Schmerz, Erschöpfung - vielleicht beides. Am liebsten würde ich sagen: „Kopf hoch! Wird schon!“ Aber ich sag`s nicht. Weil ich weiß, wie leer solche Sätze klingen. Ich habe sie selbst oft genug gehört: „Zeit heilt Wunden. Es gibt Schlimmeres.“ Gut gemeint, aber oft machen solche Worte nur noch mehr Druck. Besonders, wenn man nicht weiß, woher man überhaupt noch Hoffnung nehmen soll.

Und dann taucht manchmal auch dieser Bibelvers auf:
„Denen, die Gott lieben, dient alles zum Guten.“ (Römer 8,28 BasisBibel)

Das klingt hoffnungsvoll. Aber mitten im Schmerz? Da kann es hart wirken. Fast so, als würde das eigene Leid bedeuten: Du vertraust Gott nicht genug.

Doch genau das meint der Apostel Paulus im 8. Kapitel seines Römerbriefs nicht. Er schreibt nicht mit naivem Optimismus oder rosaroter Happy-End-Brille, sondern mitten hinein in eine Welt, die leidet, seufzt und auf Erlösung hofft.

Und gerade dort sagt er: Gott ist da. Jetzt. Nicht, weil alles gut ist - sondern weil Gott selbst im Zerbrochenen Neues wachsen lassen kann.

Ich muss nicht stark sein. Meine Freundin auch nicht. Deshalb komme ich nicht mit schnellen Durchhalteparolen. Ich bleibe einfach. Halte es mit ihr aus. Und wenn sie gerade nicht glauben kann – dann glaube ich für sie mit. So lange, bis sie’s wieder selbst kann.

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Kommentare (4)

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Jutta /

Nehemia 8,10: Die Freude am Herrn ist meine Stärke. Selbst wenn die Umstände trostlos sind, schaue ich auf Gott und erfreue mich an meinem Schöpfer! Es funktioniert, probieren Sie es aus!

Sabine /

Danke für Ihre tröstenden Worte, die mir eine Hilfe sind.

Jeannette S. /

Ja ,das ist wirklich achtsam . Auch einfach mal nichts zu sagen und die Stille auszuhalten. Mitfühlen braucht nicht viel Worte . Damit wird oft die eigene Hilflosigkeit überdeckt.
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Christa D. /

Guten Morgen ... z.Zt. erlebe ich genau das, wie in Ihrer Ansprache mit meiner Tochter. Gottes Liebe lässt mich das alles was Sie durchmacht mit ihr tragen ... obwohl sie sich Atheistin nennt. ... mehr