/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Großes Fest - unerwartete Gäste
Wolf-Dieter Kretschmer über Lukas 14,13-24
Sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Verkrüppelte, Lahme und Blinde ein, dann wirst du selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten. Da aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes![...]
Bei jeder Hochzeit in unserer Familie war das abendliche Festessen ein wichtiges Planungsthema. Wie viele Gäste sollten eingeladen und welche Speisen und Getränke aufgetischt werden? Wer sollte neben wem sitzen und welche Konstellation musste unbedingt vermieden werden?
Und jetzt stellen Sie sich bitte für einen Moment vor, dass viele der Hochzeitsgäste kurzfristig absagen – noch dazu mit fadenscheinigen Begründungen! Das würde für alle Beteiligten, besonders aber für das Brautpaar ein herber Schlag sein.
Jesus hat eine Geschichte erzählt, in der es genau darum geht. Die eingeladenen Gäste lassen sich reihenweise entschuldigen. Sie haben Wichtigeres zu tun, als zu feiern.
In der Geschichte von Jesus ändert der Gastgeber daraufhin seinen Plan und lässt alle einladen, die seine Diener auftreiben können. Wie radikal sein Sinneswandel gewesen sein muss, zeigt seine Anweisung: Es sollen nun besonders verkrüppelte, blinde und lahme Menschen kommen; also jene, zu denen man sonst Abstand hält.
Jesus hat mit dieser Geschichte eine wichtige Aussage gemacht. Gott lädt zu einem Fest in seinem Reich ein. Aber ausgerechnet jene, von denen man erwartet, dass sie erscheinen, lassen sich entschuldigen.
Daraufhin wendet Gott sich denen zu, die man bei einer solchen Feier nicht erwartet. Sie dürfen die Köstlichkeiten genießen, die eigentlich anderen vorbehalten gewesen sind.
Jesu Geschichte lässt sich in verschiedene Richtungen deuten. Für mich ist heute eine Frage wesentlich: Wie verhalte ich mich, wenn Jesu Einladung mich erreicht? Sage ich gerne zu?
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Ich habe aus dieser Bibelstelle vor Jahren gelernt: Ich helfe nur noch denen, die wirklich bedürftig sind! Den Obdachlosen, Zeitungsverkäufern und sonstigen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Ich … mehrlade keine reichen oder wohlhabenden Menschen mehr ein und beschenke sie auch nicht mehr! ich folge dem Beispiel Jesu und kümmere mich nur noch um die, um die sich sonst niemand kümmert!