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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Gott - warum?!

Gedanken von Claudia Mertens über Hiob 1,22.

In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott.

Hiob 1,22

Ich bin in meinem Leben schon vielen Menschen begegnet, die mir gesagt haben: “Ich kann nicht an einen Gott glauben, der so viel Leid in der Welt zulässt.” Ich denke an einen Mann, der beruflich mit Krankenhäusern zu tun hatte und das Leid von so vielen Kindern sehen musste. Ein anderer sagte mir: “Wenn ich sehe, wieviel Missbrauch in der Kirche herrscht, dann kann ich nicht an diesen Gott glauben.”

Das finde ich menschlich absolut verständlich. Und ich will das nicht einfach wegwischen, aber wie so oft im Leben sollte man sich an jemanden wenden, der sich damit wirklich auskennt. Und da fällt mir in punkto Leid und Gott immer und zuerst Hiob ein.

Diesen Mann treffen die sprichwörtlich gewordenen Hiobsbotschaften, und das ist mehr, als man denkt, was man ertragen kann: Kinder gestorben, Hab und Gut zerstört, unheilbar krank. Selbst seine Frau kommt zum Schluss: Lass ab von deinem Gott. Wie wird er reagieren?

So stehts in der Bibel: In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott. (Hiob 1,22)

Wie jetzt – hat der Mann klaglos alles hingenommen? Oh nein, das nicht. Aber Hiob ringt immer mit Gott, nie gegen oder ohne ihn. Nie von außen, sondern er rechnet immer damit, dass Gott alles sieht, alles erklären, alles ändern kann. Hiob liebt Gott, und diese Beziehung trägt ihn durch alles hindurch.

Am Ende wird nichts erklärt – und Hiob lässt mich mit der Frage zurück, wie sehr ICH Gott liebe und vertraue.

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