/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Frei! Endgültig frei!
Gedanken von Hans Wagner zum Bibeltext Galater 5,1.
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Die ersten rund 25 Jahre meines Lebens waren im Blick auf die Kirche von einem ostpreußisch-evangelischen Elternhaus geprägt. Da stellte man keine Fragen, der Gottesdienstbesuch am Sonntag war gesetzt. Erst danach kam der Moment, an dem mir klar wurde, was Gott in Jesus Christus auch für mich getan hat. Erst da habe ich erfahren und auch annehmen können, dass mich dieser Gott bedingungslos liebt. Doch genau diese Tatsache, diese bedingungslose Liebe Gottes, wurde anschließend, in den letzten fast vierzig Jahren, immer wieder zu einem Diskussionsthema. "Das kann gar nicht sein", "Das wäre ja viel zu einfach", "Dann kann ja jeder machen was er will" ... all diese Argumente sind mir begegnet. Und im katholischen Katechismus findet man durchaus auch die Werke, die für das Heil notwendig sind.
Der Apostel Paulus hat vor rund 2000 Jahren an die Gemeinden in Galatien geschrieben: "Christus hat uns befreit, damit wir endgültig frei sind. Bleibt also standhaft und unterwerft euch nicht wieder dem Joch der Sklaverei!" Galaterbrief 5,1. Mit diesem Joch der Sklaverei meinte er die Gebote und Weisungen des Alten Testaments, die nach Meinung einiger in den Gemeinden doch wieder ihre Gültigkeit haben sollten. Aber allein die Gnade Gottes ist entscheidend, die in seinem Handeln in Jesus Christus sichtbar wurde. Wer dem etwas hinzufügen will, verkennt diese Tat der bedingungslosen Liebe, womit sie umsonst geschehen wäre. Ich vertraue darauf: Als Christen sind wir frei, um ein Leben in der Gegenwart Gottes zu leben.
© Generiert mit KI Светлана Воротняк/
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Bedingungslose Liebe im ostpreussischen Kirchenverständnis heisst nicht Gesetzbefreiung verkürzt im Sinn "Aufhebung des Jochs der AT-Gesetze". Entscheidend ist, dass Christus das Gesetz nicht nur … mehrerfüllt hat, sondern auch "sein" Gesetz gibt.
Paulus im Römerbrief: "Also seid auch ihr, meine Brüder und Schwestern, dem Gesetz getötet durch den Leib Christi, sodass ihr einem andern angehört, nämlich dem, der von den Toten auferweckt ist, damit wir Gott Frucht bringen. Denn ... im Fleisch ... waren die sündigen Leidenschaften ... durchs Gesetz ... kräftig in unsern Gliedern. ... Nun aber sind wir vom Gesetz frei geworden und dem gestorben, was uns gefangen hielt, sodass wir dienen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens."
Paulus im Galaterbrief: "Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen."
Johannes in seinem 1. Brief: "Meine Lieben, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr von Anfang an gehabt habt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt."
Johannes bezieht er sich auf Jesus: "Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt."
Unverändert bleibt, dass wir das Gesetz - ob AT oder NT - nicht erfüllen. Möglicherweise habe ich was übersehen. So oder so bitte ich höflich um Klarstellung seitens des Autors, danke.