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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Von Achtsamkeit und Spaß am Essen

Gedanken von Oliver Jeske zum Bibeltext 3. Mose 6, 8-9 in Auszügen.

Es soll einer abheben eine Handvoll vom Mehl und Öl des Speisopfers und den ganzen Weihrauch, der auf dem Speisopfer liegt, und soll’s in Rauch aufgehen lassen auf dem Altar zum lieblichen Geruch als Gedenkopfer für den HERRN. Das Übrige aber sollen Aaron und seine Söhne verzehren; sie sollen es ungesäuert essen an heiliger Stätte im Vorhof der Stiftshütte.

3.Mose 6,8-9

Ich komme aus einer Familie von Genießern. „Essen macht Spaß. Mehr essen macht mehr Spaß.“ So lautete die – zugegeben nicht immer gesundheitsförderliche – Weisheit meines Vaters.

Die Bibel hat einen etwas anderen Blick auf das Thema. Ja, sie kennt auch rauschende Feste und die Freude am Essen. Sämtliche Nahrung gehört aber zuerst einmal Gott. Er hat sie geschaffen. Er bestimmt, welches Maß uns Menschen daran gut tut.

Besonders eindrücklich wird das im sogenannten Speiseopfer. In vorchristlicher Zeit brachten die Menschen vom Volk Israel regelmäßig eine kleine Menge  Weizenkörner zum Heiligtum. Damit verbunden war Gottes Auftrag:

„Eine Handvoll … soll [der Priester] auf dem Altar verbrennen. […] Den Rest dürfen Aaron und seine Nachkommen essen.“ (BasisBibel - 3. Mose 6, 8 und 9 in Auszügen)

Gemeint sind damit die Priester und ihre Familien.

Deutlich wird hier eine innere Haltung: Alles, was ich zum Leben brauche, habe ich Gott zu verdanken. Diese Haltung hilft mir zu einem maßvollen Konsum. Was mir eigentlich nicht gehört, was ich sozusagen geschenkt bekomme, damit gehe ich bewusster um. Ja, echter Genuss vollendet sich geradezu in der Dankbarkeit zu Gott, der ihn mir ermöglicht.

Achtsamkeit und bewusste Ernährung sind also keine Erfindungen unserer Zeit. Sie sind tief verankert in der jüdisch-christlichen Tradition.

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