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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Einsamkeit suchen, um Zweisamkeit zu finden

Gedanken von Susanne Thyroff zum Bibeltext Lukas 5,16.

Er aber entwich in die Einöde und betete.

Lukas 5,16

Immer wieder lesen wir in den Berichten über das Leben Jesu vor etwa 2.000 Jahren: Jesus hat sich oft und gern in die Einsamkeit zurückgezogen, zum Beispiel im Lukasevangelium Kapitel 5, Vers 16. 

Um wirklich allein und in Einsamkeit zu sein, braucht es Zeit. Jesus hat einsame Plätze in der Natur aufgesucht, wo weit und breit keine Menschenseele war und wo es auch möglich war, laut zu klagen oder zu rufen, ohne dass es jemanden irritierte. Um zu solch einem Ort zu kommen, brauchte er vielleicht 15 Minuten, vielleicht auch 30 Minuten. Wenn ich heute in der Natur solch einen Ort aufsuchen will, muss ich mit dem Auto irgendwo in den Wald fahren. Und selbst dann kommen vielleicht irgendwelche Jogger vorbei. Auch Jesus wurde ja immer wieder gestört. Menschen liefen ihm nach und suchten ihn. 

Wenn ich mich in meinem Zimmer zurückziehe, um allein zu sein, brauche ich nicht nur die wenigen Minuten, um das Zimmer zu betreten. Bis meine Gedanken zur Ruhe kommen und ich mich auf Gott ausrichten kann, dauert das. Selbst wenn das Handy im anderen Zimmer ist und mich auch sonst eigentlich nichts ablenken kann. 

Einer ehemaligen Kollegin habe ich davon erzählt, dass ich mich mit dem Thema beschäftige, welcher Schatz in der Stille verborgen ist. Sie meinte, das brauche sie nicht. Sie sei alleinstehend und sowieso viel zu viel allein. Sie mache sich eher Musik oder das Radio an, um nicht allein zu sein. 

Das konnte ich verstehen. Ich versuchte ihr aber zu erklären, dass es bei meiner Suche nach Stille und Einsamkeit nicht nur darum geht, dass ich allein mit mir zurechtkomme, sondern auch darum, dass ich Zweisamkeit mit Gott suche. Auch in Beziehungen mit Menschen merke ich es doch: In die Tiefe geht ein Gespräch nur, wenn ich Zeit habe und allein mit dem Gegenüber bin. 

Jesus hat die Einsamkeit gesucht, aber nicht, um allein zu sein, sondern um Zeit für seinen himmlischen Vater zu haben und Zeit mit ihm zu verbringen. 

Und auch ich möchte das immer wieder machen. Denn diese Zeiten prägen mich. Wenn ich mit Gott allein bin und mir Zeit nehme, kann ich ihn hören. Und was er sagt, ist erfrischend, wegweisend, tröstend oder beruhigend, je nachdem, was ich gerade brauche. 

Ich liebe es, allein zu sein, und will mir die Zeit für Zweisamkeit mit meinem himmlischen Vater immer wieder nehmen.

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Kommentare (1)

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M. E. /

Liebe Frau Thyroff, ihre Worte in den Gedanken zum Tag heute sprechen mir aus der Seele und tun mir so gut, gerade heute. Danke M.E.