/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Große Gesten
Gedanken von Oliver Jeske zum Bibeltext 2. Könige 22,11
Da aber der König die Worte des Gesetzbuches hörte, zerriss er seine Kleider.
Große Staatsmänner und -frauen sind bekannt für große Gesten. Unvergessen der Kniefall Willi Brands am Denkmal für die Helden des Warschauer Ghettos. Und zwei Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer rief US-Präsident Ronald Reagen am Brandenburger Tor aus: „Mr. Gorbachev, tear down this wall!“
Im 7. Jahrhundert vor Christus setzte Joschija, damals Herrscher des Königsreichs Juda, ebenfalls ein Zeichen. Mit Sicherheit ist es vielen seiner Zeitgenossen in Erinnerung geblieben.
Im 2. Buch der Könige heißt es: „Er zerriss seine Kleider.“ (2. Könige 22,11) – ein Zeichen der Trauer von Joschija, weil das ganze Volk sich von Gott entfernt hatte.
Nicht nur Menschen sind beeindruckt. Gott auch. Er gewährt dem König und dessen Volk Aufschub. Schlimmes Unheil wird erst nach den Lebzeiten Joschijas eintreten. Dabei gilt eine andere Aussage in der Bibel: „Der HERR sieht das Herz an.“ (1. Samuel 16,7) - Gott wusste: Joschias öffentliche Trauer ist echt. Er leitet religiöse Reformen ein, versucht alles, damit neben dem wahren Gott Israels keine anderen Mächte Raum nehmen können in den Herzen der Menschen.
Ich bin kein großer Staatsmann wie Joschija. Aber ich bin froh, dass Gott auch in mein Herz schaut. Wenn ich vor Gott aufrichtig bin, dann wird er das wahrnehmen und schätzen. Dafür braucht es nicht zwingend spektakuläre Gesten.
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