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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Wem kommt was zu, und warum?

Markus Baum über 1. Samuel 2,7.

Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.

1. Samuel 2,7

Die alten Griechen hatten es mit der Philosophie: Der weise Platon hat in seiner wegweisenden Schrift „Politeia“ darüber nachgedacht, dass es dort gerecht zugeht, wo „jeder das Seine tut“, nämlich das, was er kann und was ihm entspricht – und dafür steht ihm auch etwas zu; auch wieder „jedem das Seine.“ Platons Schüler Aristoteles hat im 4. Jahrhundert vor Christus den Gedanken weiterentwickelt, hat zugleich ein Problem erkannt: Wer bestimmt denn, was dem einen oder anderen Menschen wirklich zusteht?

Eine Antwort hätte Aristoteles 3.000 km weiter südöstlich finden können, in Israel. Eine Antwort in poetischer Form. Im so genannten „Lobgesang der Hanna“ im 1. Buch Samuel Kapitel 2 findet sich der markante Satz: „Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht.“

Der HERR, von dem da die Rede ist, das ist der Gott Israels. Der Schöpfer des Himmels und der Erde. Kein unpersönlicher, ferner Gott, sondern wie haben ihn die Angehörigen des Volkes Israel erlebt: Er ist nah und nahbar. Er interessiert sich für uns, für seine Geschöpfe. Er nimmt Anteil am Schicksal jedes und jeder Einzelnen.

Im Fall der Hanna wendet Gott das Los der ungewollt kinderlosen Frau. Die schiefen Blicke, die Demütigungen – das war nicht „das Ihre.“ Gott hatte Gutes mit ihr im Sinn. Hanna hat erlebt: Gott hat sie reich gemacht; Gott hat sie zu Ehren gebracht.

Gott bewertet uns Menschen offensichtlich nach anderen Maßstäben als wir. Großzügiger. Liebevoller. Gerechter, als wir es hinbekommen. Gott macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Zu seiner Zeit und mit seinen Mitteln. Gott sei Dank.    

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