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Auf der Flucht vor der Wehrpflicht

EKD-Friedensbeauftragter: „Asyl für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure aus Russland!“

Schätzungen zufolge fliehen zehntausende junge Männer in Russland, Belarus und der Ukraine vor dem Dienst an der Waffe. Nach Angaben des Kriegsdienstverweigerungsnetzwerks „Connection e.V.“ gibt es etwa 150.000 russische Militärdienstpflichtige und Deserteure, die den Angriffskrieg ablehnen.

Schätzungsweise 22.000 belarussische Militärdienstpflichtige haben ihr Land verlassen und auch in der Ukraine fliehen junge Männer vor der drohenden Einberufung: 170.000 sollen es sein. Denn: die Ukraine hat das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ausgesetzt.

Friedrich Kramer, EKD-Friedensbeauftragter und Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, kritisiert das scharf: „Wenn die Ukraine mit gutem Recht dafür kämpft, zu Europa zu gehören und nicht von Russland besetzt zu werden, dann muss sie auch die Grundrechte der Europäischen Union achten.“

Mit einer Petition wenden sich heute, am „Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung“, mehr als 30 deutsche und internationale Friedens- und Menschenrechtsgruppen an die Europäische Kommission. Auch die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden und die Evangelische Friedensarbeit unterstützt die Forderung: Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern aus Belarus und Russland soll in der EU Asyl gewährt werden.

Auch die Bundesregierung und fast alle Fraktionen des Bundestages unterstützen dieses Ansinnen, doch es mangelt an der finalen Umsetzung, kritisiert Friedrich Kramer: „Es braucht eine Klarstellung, dass Kriegsdienstverweigerung und Desertation bei uns als Asylgrund anerkannt werden.“ Regina König hat mit dem EKD-Friedensbeauftragten gesprochen.

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Kommentare (1)

Gast /

Ich stehe hinter den Aussagen von Herrn Kramer und würde die Initiative für Asyl für ukrainische und russische Desateure gerne unterstützen, zumindest mit diesem Kommentar.Denn,"Stell' Dir vor,es ist Krieg und keiner macht mit!"