Navigation überspringen
Um diesen Inhalt zu sehen, müssen Sie Analytische-Cookies akzeptieren.
Cookie Einstellungen
Player starten/anhalten

/ ERF Mensch Gott / 45:56 min.

„Das Monster Einsamkeit“: Nadines Weg zu bedingungsloser Liebe

Nadine konnte als junge Frau keine Minute allein in ihrem Zimmer sein. Sie nennt es „das Monster Einsamkeit“: ein Gefühl von Kälte und Wertlosigkeit, das sie überflutete, sobald es still wurde. Ihre Lösung war Handball – Leistungssport bis in die 1. Bundesliga, ein Tagesplan von sechs Uhr morgens bis abends um sieben, kein Loch, in das die Angst hätte fallen können. Erst nach fünf Knieoperationen hörte sie auf. Und fand auf einer Reise nach Neuseeland heraus, wonach sie eigentlich ihr Leben lang gesucht hatte: nach Liebe, die nichts von ihr verlangt.

Aufgewachsen ist Nadine in Ostdeutschland. Mit acht Monaten kam sie in die Krippe, beide Eltern arbeiteten Vollzeit und versorgten nebenbei zwei Gärten. Sie stand morgens allein auf, machte sich allein Frühstück, ging allein zur Schule. Als Kind zog sie daraus einen Schluss, der sie über Jahrzehnte prägte: Wenn niemand Zeit mit mir verbringt, bin ich nichts wert. Mit neun Jahren fand sie eine eigene Welt – und verbot ihren Eltern, zu ihren Handballspielen zu kommen.

 

Was meint Nadine mit dem „Monster Einsamkeit“?

So nennt sie die panische Angst, die sie überkam, sobald sie allein war. Sie beschreibt sie als Kälte, die von außen kommt und sich nicht wegdrücken lässt, verbunden mit dem Gefühl, wertlos zu sein. Um ihr zu entkommen, füllte sie ihren Tagesablauf so voll wie möglich.

Warum hat sie mit dem Leistungssport aufgehört?

Nach der fünften Knieoperation, mit etwa 23 Jahren. Ausschlaggebend war eine andere Leistungssportlerin, die nach einer misslungenen Operation dauerhaft mit Schiene lebte. Nadine wollte nicht so enden – obwohl Handball bis dahin ihre gesamte Identität war.

Was hat sie in Neuseeland erlebt?

Ihr gebrauchtes Auto ging mehrfach kaputt, und jedes Mal halfen ihr Fremde, oft kostenlos – und bedankten sich noch dafür, helfen zu dürfen. Für sie war das die erste Erfahrung von Liebe, die keine Gegenleistung verlangt.

Warum koppeln Menschen ihren Wert an Leistung?

Weil sie es früh gelernt haben. Bei Nadine kam beides zusammen: Eltern, die kaum Zeit hatten, und ein gesellschaftliches Umfeld, in dem Arbeit den Wert des Menschen bestimmte. Im Buch zur Jugendweihe stand ausdrücklich, dass der Wert aus dem Arbeiten kommt.

Kann man die Angst vor dem Alleinsein wieder loswerden?

Nadines Erfahrung ist eindeutig: Sie sagt, die Angst sei heute nicht mehr vorhanden, und sie sei gern allein. Bei ihr war es ein längerer Prozess mit seelsorgerlicher Begleitung, nicht ein einzelnes Erlebnis. Wer unter Einsamkeit oder Angst leidet, findet unten Anlaufstellen.

Hinweis auf Hilfsangebote

Wenn du unter Einsamkeit, Angst oder belastenden Gedanken leidest: Du musst damit nicht allein bleiben. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 1110111 und 0800 1110222. Auch beim ERF kannst du dich melden – Gebet beim ERF.

Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht. Bitte beachten Sie beim Schreiben Ihres Kommentars unsere Netiquette.