19.07.2021 / Kommentar

Zuhören, Zupacken, Beten, Spenden

Wie sich Menschen nach der Flutkatastrophe für die Opfer engagieren können.

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Mit den katastrophalen Folgen der Flut vor allem in Rheinland-Pfalz und Nord-Rheinwestfalen, aber auch mit der gleichzeitigen Flut in Ober-Bayern und Ost-Sachsen befindet sich Deutschland mit bislang über 150 Toten und ganzen Ortschaften, die nur noch einem Krater gleichen, im Ausnahmezustand.

Die gute Nachricht in allem: zahlreiche Menschen packen an, um zu helfen. Dazu gehören diverse Hilfs-Organisationen aber auch Menschen, die sich auf eigene Faust mit Radladern und Schaufeln auf den Weg in die Katastrophengebiete gemacht haben. Das gibt Hoffnung und macht uns stark, mein Andreas Odrich in seinem Kommentar.
 

Am liebsten würde ich ersteinmal eine Schweigeminute halten mit einem stummen Gebet. Denn ich finde es wirklich nicht leicht, angemessene Worte zu finden für das, was gerade passiert ist in Deutschland. In unserem Land, das wir fälschlicherweise immer für absolut unerschütterlich und unangreifbar halten. Welches Wort ist angemessen für die Menschen, die betroffen sind, wie soll man dieses Leid in Worte fassen?  Ich habe den Eindruck: wenn ich es dennoch versuche, dann vergreife ich mich quasi an den einzelnen Schicksalen weil ich nicht über die betroffenen Menschen hinwegschreiben will.

Ungeahnte Welle der Hilfsbereitschaft

Doch Worte sind nur die eine Seite. Wichtiger ist jetzt, dass den Betroffenen geholfen wird,  schnell und unbürokratisch. Und da bricht sich Hoffnung Bahn. Sie findet ihren Ausdruck in der ungeahnten Welle der Hilfsbereitschaft, die sich den Folgen der Flut entgegenstemmt. In all dem Schutt und in all dem Schlamm tauchen Menschen auf, die helfen, helfen, helfen. In zahlreichen TV-Berichten kann man das sehen. Viele krempeln die Ärmel hoch, sind extra angereist, den Menschen vor Ort völlig unbekannt. Sie packen zu, sie räumen auf. Hier merken wir, was wirklich wichtig ist. Natürlich steht die Politik in hoher Verantwortung, aus der man sie nicht entlassen darf. Das eine schließt das andere nicht aus. Aber man wird erst noch merken, was von den politischen Versprechungen der letzten Tage wahr wird. Jetzt ist es vor allem die Solidarität der Menschen untereinander, die alles herausreißt.

Ich kenn dich nicht, ich helfe dir trotzdem. Gemeinsam schaffen wir das!

Ich finde, das ist ein unheimlich starkes Signal, das derzeit von Deutschland und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern ausgeht.

Jeder kann etwas tun

Jetzt ist es wichtig, in der Hilfe nicht nachzulassen und zu fragen, was jeder tun kann. Die Formel dafür: Zuhören, zupacken, spenden, beten. Was heißt das:

Die gute Botschaft in all dem Schlimmen bleibt also: Wir können etwas tun. Das ist Gottes Auftrag an uns, und das sind wir den betroffenen Menschen schuldig. Jeder ist eingeladen und kann mit seinen individuellen Möglichkeiten in dieser Jahrhundertkatastrophe etwas Gutes bewirken.

Autor/-in: Andreas Odrich