17.12.2012 / Andacht

Will ich ins Rampenlicht?

Entweder Jesus oder ich. Eine Andacht zu Joh. 3,30.

Große „Hobbit“-Premiere in London. Cate Blanchett genießt sichtlich ihren Auftritt auf dem zum Auenland passenden grünen Teppich. Unzählige Scheinwerfer sind auf sie gerichtet, grelles Blitzlichtgewitter umgibt sie, während sie in ihrem eleganten weißen Kleid strahlend über den begehrten Teppich schreitet. Was für viele Menschen unerreichbar ist, erlebt sie. Schon am nächsten Tag wird ihr Auftritt in sämtlichen Boulevardzeitungen und Fernsehsendungen kommentiert. Die Mühe während der Dreh-Arbeiten zum "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" haben sich gelohnt. Im Rampenlicht sammelt sie ihre wohlverdienten Lorbeeren ein.   

Johannes entscheidet sich

Ganz anders Johannes. Ihm wird der Platz im Rampenlicht angeboten. Viele Menschen schätzen den naturverbundenen Mann sehr, der sich nur von Heuschrecken und Bio-Honig ernährt. Seine Predigten sind wirkungsvoll, seine Persönlichkeit für viele Menschen anziehend. Schon bald wollen die Priester und Leviten wissen, wer dieser Mann ist und so fragen sie ihn, ob er der Messias ist. Nur ein Wort von ihm würde dazu führen, so dass er noch mehr Ruhm und Ehre bekäme. Er könnte noch stärker in den Mittelpunkt rücken und dadurch weit mehr Einfluss auf Menschen haben.

Johannes entscheidet sich dagegen. „Ich bin nicht der Christus“ sagt er. Auch nicht Elia oder ein Prophet. Er sei lediglich die Stimme eines Predigers in der Wüste, die den Weg des Herrn ebnen möchte. Johannes ist glücklich, wenn nicht er, sondern Jesus möglichst gut sichtbar im Rampenlicht steht. Das betont er durch seine Aussage aus Joh. 3,30: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“

Was sind meine persönlichen Motive?

Seine Aussage bringt mich zum Nachdenken. Wenn Jesus in meinem Leben größer werden soll und ich kleiner, hat das gravierende Auswirkungen auf mein Leben. Meine Motive müssten auf den Prüfstand. Warum tue ich etwas wirklich? Singe ich im Lobpreisteam, um meine tolle Stimme zu präsentieren, oder singe ich um Gott zu preisen? Predige ich, um mit der Predigt die Gemeinde auf Gott hinzuweisen? Oder überlege ich mir welches Thema meiner Predigt effizient mein Wissen transportiert?

Entweder stelle ich mich in das Rampenlicht und lasse mich feiern, oder ich verlasse die Bühne und gebe Jesus den Raum, damit er gefeiert wird. Das ist eine grundsätzliche Entscheidung, die ich persönlich treffen muss. Jedoch sollte ich sie in meinen alltäglichen kleinen Entscheidungen kontinuierlich auffrischen. Ein schlichtes Gebet vor meiner nächsten Moderation in der Gemeinde könnte dabei schon helfen, um eigene Motive zu prüfen. Je mehr Raum ich Jesus in meinem Leben gebe, desto kleiner wird mein eigener Raum. Bin ich bereit dafür?