17.05.2011 / Das drittgrößte Land der Welt
Sollten Christen Facebook nutzen?
Mit 500 Millionen Nutzern ist Facebook das größte soziale Netzwerk im Internet. Sollten Christen Facebook nutzen? Und wenn ja, wie?
Die Tatsache, dass sich immer mehr Kirchen und christliche Werke mit dem Thema Facebook, Twitter & Co. auseinandersetzen, spiegelt einen gesellschaftlichen Trend wider. Erst neulich ließ zum Beispiel Facebook verkünden, dass man die Nutzermarke von 500 Millionen Usern geknackt habe. Wäre Facebook ein Land, dann wäre es nach China und Indien der drittgrößte Staat der Erde, was die Einwohnerzahlen anbelangt. Und damit ist man auch schon mitten drin in der Diskussion, wie und warum sich auch Kirchen und Gemeinden bei Facebook engagieren sollten. Wenn die Einladung Gottes zu einem Leben in der Vergebung und der Gemeinschaft mit ihm allen Menschen gilt, dann sollte es Christen nicht kalt lassen, wenn ein Land mit 500 Millionen Einwohnern zwar tolle Facebook-Seiten von BMW, Levis und anderen Markenprodukten hat, aber nur wenige christliche Angebote.
Sicher, bei Facebook, Twitter & Co. bleibt vieles an der Oberfläche. Aber das ist in den öffentlichen Räumen des Lebens oft nicht anders. Wenn ich beim Bäcker Brötchen kaufe, dann ist es ganz normal, sich zum Beispiel übers Wetter zu unterhalten. Niemand würde mir deshalb vorwerfen, oberflächlich zu sein. Und letztlich sind soziale Netzwerke genau das: ein öffentlicher Raum. Diese öffentlichen Räume hat Jesus genutzt, als er in der Synagoge, im Tempel oder am See die Menschen gelehrt hat. Die Räume hat Paulus genutzt, als auf dem Areopag über den unbekannten Gott gepredigt hat. Diese Öffentlichkeit bietet für Christen und Gemeinden ganz neue Chancen. Man kann nicht nur Menschen erreichen, die normalerweise nie den Fuß über die Schwelle einer Kirche setzen würden. Man könnte Menschen auch ganz anders in die Gemeinde und den Gemeindeaufbau mit einbeziehen. Durch größere Partizipation könnten sich Gemeindemitglieder noch stärker mit ihrer Kirche identifizieren. Bevor man sich allerdings als Kirche bei Facebook engagiert, sollte man sich über einige Dinge im Klaren sein.
Authentizität
Wenn ich Menschen über Facebook erreichen will, dann ist eines ganz entscheidend: Authentizität. Ich muss bereit sein, mich auf die Lebenswelt der Menschen, denen ich in den virtuellen Räumen begegne, einzulassen. Das gilt aber eigentlich für andere Bereiche des Lebens genau so. Menschen wollen in den sozialen Netzwerken nicht angepredigt und beworben werden, sie sind auf der Suche nach Kommunikation. Die Kommunikation in sozialen Netzwerken darf keine Einbahnstraße sein. Wer Facebook nur als weiteren Presseverteiler benutzen will, um auf den neuesten Kirchenbasar aufmerksam zu machen, der sollte lieber gleich die Finger davon lassen.
Zeit
Kommunikation lässt sich nicht nebenbei erledigen. Auch nicht bei Facebook. Zumindest, wenn ich wirklich mit Menschen Kontakt möchte. Wenn ich nicht bereit bin, diese Zeit zu investieren, ist es besser, erst gar nicht bei Facebook zu starten. Ich muss auf Kommentare zu meinen Einträgen reagieren. Dann kann man auch durchaus über Facebook zu einer Veranstaltung einladen. Besser noch: Ich beziehe bereits im Vorfeld einer Veranstaltung oder einer Predigt die Menschen über Facebook mit ein. Etwa so: „Ich brüte gerade über einer Predigt zum Propheten Amos. Was glaubt ihr, welchen Stellenwert hat das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ in unserer Stadt?“ Vielleicht erzählt ein Gemeindemitglied dann, wie es ihm in Zeiten der Arbeitslosigkeit ging. Warum dann nicht solch einen Kommentar nehmen und in die Predigt am nächsten Sonntag einbauen?
Klarheit
Man muss sich über die Botschaft im Klaren sein. Was will ich eigentlich mit meinem Engagement bei Facebook erreichen? Was möchte ich mit meinen „Friends“ und „Followern“ teilen? „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ hat der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber einmal gesagt. Genau das gilt auch bei Facebook und Co. Wenn ich bereit bin, Menschen in den sozialen Netzwerken im Internet wirklich kennenzulernen, dann kann echte Begegnung stattfinden. Auch in den virtuellen Räumen des Internets. Und dann kann ich sie auch zu dem einladen, der selbst das Leben ist und ihnen begegnen will. Im Internet - und in der Gemeinde.
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