25.06.2012 / Impuls
Smalltalk mit Gott
Warum Gebet in allen Lebenslagen wichtig ist. Gedanken zu 1. Thessalonicher 5,17
Kennen Sie folgende Situation: Morgens stehen Sie auf, den Blick bereits auf die vielen Termine des Tages gerichtet. Auf der Arbeit erwartet Sie der übliche Stress, jeder kommt und verlangt nach Ihnen. Sie wissen gar nicht mehr, wo Ihnen der Kopf steht. Nach der Arbeit stehen dann noch weitere Dinge an, die erledigt werden müssen. Abends sind Sie froh, wenn Sie in Ihr Bett fallen. Bevor Sie einschlafen, beten Sie noch schnell, nachdem Sie den ganzen Tag keine Zeit dazu gefunden haben. Doch dabei fallen Ihnen schon die Augen zu. In Ihrem Alltag hat das Gebet eher den Status eines Rituals eingenommen und seine wirkliche Bedeutung verloren?
Dabei fordert Paulus die Christen im ersten Brief an die Thessalonicher doch ganz deutlich auf: „Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen!“ (1.Thessalonicher 5, 17). Er erklärt, dass Jesus ihnen den Kontakt zu Gott ermöglicht, nämlich durch das Gebet. In jeder Lebenslage sollen sie sich an ihn wenden und ihm danken.
Einen guten Draht zu Gott im Alltag
Wie kann man sich das vorstellen: Immerzu Gott danken und mit ihm reden? – Ein Kind läuft doch auch sofort zu seinem Vater und erzählt ihm begeistert, was es erlebt hat. Es freut sich, mit seinem Vater reden zu können und genießt die Zeit mit ihm. Unser himmlischer Vater wünscht sich von seinen Kindern, also von uns Christen, genau das Gleiche. Er möchte, dass wir zu ihm kommen und ihm alles erzählen. Er ist interessiert an unserem Leben und möchte uns zuhören. Er lädt uns zum Gebet ein.
Auf diese Einladung von Gott können wir zum Beispiel so reagieren, dass wir in unserem Alltag immer wieder Zeiten haben, in denen wir uns bewusst Gott zuwenden. Das ist gar nicht so schwer: Auf dem Weg zur Arbeit kann man die Zeit nutzen und beten, anstatt das Radio anzudrehen und „keine Zeit zum Beten“ zu haben. Zwischen einzelnen Arbeitsgängen hat man schnell mal ein Stoßgebet zum Himmel geschickt, danach fühlt man sich meist besser. In der Mittagspause kann man ruhig einen Spaziergang machen und sich mit Gott austauschen, man darf sich eine Auszeit nehmen. Dazu ist die Pause doch da! Wenn man ein gutes Gespräch mit einem Freund geführt hat oder einfach ein tolles Erlebnis hatte, kann man einfach mal „Danke Gott“ sagen. So können wir Gott an unserem Leben teilhaben lassen und das Gebet zum festen Bestandteil unseres Alltags machen.
Unablässig im Gebet
Wenn wir versuchen, Gebet in unseren Alltag zu integrieren, laufen wir auch nicht so schnell Gefahr, Gott beiseite zu schieben. Denn wenn Gebet nur ein Ritual vor dem Einschlafen ist, besteht die Gefahr, es ganz wegzulassen. Dann heißt es nur in schwierigen Situationen wieder: „Lieber Gott, bitte hilf mir doch!“ Wenn alles gut läuft, wird Beten überflüssig oder man vergisst es einfach. Sind wir aber wie die Kinder, die zu ihrem Vater laufen und ihm alles berichten, passiert das nicht. Denn Kinder sagen ja auch ohne einen besonderen Grund: „Papa, ich hab dich lieb!“. So können wir auch zu Gott kommen und ihm zeigen, wie sehr wir ihn lieben und was uns an ihm begeistert.
Wenn Paulus also sagt, wir sollen uns durch nichts vom Gebet abbringen lassen, meint er damit, wir sollen unablässig in Kontakt mit Gott stehen. Egal, ob man einen stressigen Tag hat oder es einem so gut geht, dass man meint, keine Hilfe zu brauchen: Beten kann man trotzdem.