31.03.2014 / Monatsandacht April
Mein Leben ist kein Ponyhof
Warum Leid und Schmerz dazugehören und es trotzdem nicht dabei bleibt. Eine Andacht zum Monatsspruch April.
Wer kennt diese Situation nicht: In einem Abenteuerfilm steht gerade alles auf der Kippe. Die Helden sind entmutigt. Wird man das Böse besiegen können? Alles spricht dagegen und die Helden zweifeln an sich und ihrer Aufgabe. Die Lage ist aussichtslos und dann – plötzlich und unerwartet – wendet sich das Blatt. Ich liebe diesen Moment in Filmen und Büchern, auch wenn er oft vorhersehbar ist.
Die dunkelste Stunde ist die direkt vor dem Morgengrauen
Das ist nämlich der Stoff, aus dem Heldengeschichten sind. Letztlich siegt das Gute. Doch ist das auch in unserem Leben so? Ein bekannter Spruch verpackt die Härte des Lebens in die hübschen Worte: Das Leben ist kein Ponyhof. „Nein“, erfahre ich durch dieses Sprichwort, „das Leben ist nicht wie bei Hanni und Nanni, gewöhn dich bitte daran!“
Doch zur Beschreibung unseres Lebens hier auf der Erde erscheint mir ein anderer Spruch passender, nämlich: „The darkest hour is just before the dawn.“ Übersetzt heißt das: Die dunkelste Stunde ist die direkt vor dem Morgengrauen. Woher dieses englische Sprichwort kommt, ist nicht genau zu ermitteln. Aber erstmals schriftlich verwandt hat es der Theologe und Historiker Thomas Fuller in einem religiösen Reisebericht 1650.
Ohne Schmerzen keine Freude
Aber ganz gleich, welche Geschichte das Sprichwort hat, es beschreibt eine ähnliche Situation wie sie Jesus ausdrückt, wenn er seinen Jüngern zusagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“ (Johannes 16,20) Jesus erzählt hier den Jüngern nicht: „Vergesst eure Sorgen! Mit mir werdet ihr sowieso keine Sorgen mehr haben!“ Nein, er sagt seinen Jüngern: „Es wird Trauer, Leid und Lasten geben, aber am Ende wird alles gut.“
Er beschreibt die Zeit, die vor den Jüngern liegt, mit den Wehen einer Schwangeren. Ohne Wehen kommt kein Kind auf die Welt. Bevor eine Mutter ihr Baby in den Armen halten kann, muss sie tierische Schmerzen ertragen. Doch das erscheint nicht mehr schlimm, wenn man das eigene Baby erstmals umarmen kann. Genauso müssen wir als Christen Traurigkeit und Schmerzen erleben, bevor Jesus wiederkommt. Erst am Ende wird sich alles wie ‒ im Abenteuerfilm ‒ in Wohlgefallen auflösen.
Am Ende wartet ein idyllischer „Ponyhof“ auf uns
Was heißt das für mich? Zunächst einmal: Es ist normal, dass mein Leben nicht immer rosig läuft. Auch für Christen gehören Zeiten von Leid, Krankheit und Schmerz dazu. Ich muss nicht so tun, als ob immer alles super läuft. Ich darf ganz ehrlich bekennen: Mein Leben ist kein Ponyhof!
Aber gerade dann wenn ich denke, die Nacht nehme kein Ende mehr, geht die Sonne auf. Das habe ich schon in vielen Situationen ganz praktisch erlebt. Wie oft haben Sorgen mir schlaflose Nächte bereitet und es kam am nächsten Tag doch nicht so schlimm wie erwartet! Wie oft habe ich erlebt, dass ich auch in schweren und traurigen Situationen ungeahnt Freude und Trost erleben konnte.
Doch das ist längst nicht alles. Erst am Ende meines Lebens werde ich bei Jesus wirklich erfahren, was es heißt, dass Gott Traurigkeit in Freude verwandelt. Und ich hoffe darauf, dass dann ein idyllischer Ponyhof auf mich wartet.