21.09.2015 / Andacht

Losgehen und Gott erleben!

Unglaubliches passiert, wenn wir uns auf Gottes Aufträge einlassen. Eine Andacht

Stellen Sie sich vor, Gott hat einen Auftrag für Sie. Einen, den Sie innerhalb eines Gesprächs erfüllen können. Sie sollen mit einem Mann sprechen, der in der Bibel liest, sie aber nicht versteht. Dieser Mann ist auf der Suche nach Gott, entdeckt ihn aber nicht. Er braucht lediglich jemanden, der ihm das Evangelium erklärt. Wären Sie bereit dazu? Der Auftrag klingt weder zeitintensiv noch schwer. Aber was wäre, wenn Gott Ihnen nur sagt, wo Sie hingehen sollen und nicht, wer oder was auf Sie wartet? Wären Sie dann immer noch bereit?

Philippus geht los – ohne viel zu wissen

Philippus aus dem Neuen Testament befindet sich genau in einer solchen Situation. Ein Engel redet zu ihm und fordert ihn auf, die Straße hinabzugehen, die von Jerusalem nach Gaza führt. Mehr sagt der Engel nicht. Was Philippus nach dieser Erscheinung denkt, erfahren wir nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Aufforderung des Engels ihn herausfordert. Möglicherweise muss Philippus erstmal ein Zwiegespräch mit sich führen: „Gehe ich oder gehe ich nicht? Was erwartet mich auf dieser Straße? Habe ich den Engel überhaupt richtig verstanden? Habe ich mir die Erscheinung vielleicht sogar eingebildet?“ Was auch immer in Philippus vor sich ging, er hat sich schließlich entschieden zu gehen.

Als Philippus die besagte Straße entlangschlendert, sieht er einen Wagen auf sich zukommen. Der Geist spricht nochmal zu Philippus: „Geh hin und halte dich zu diesem Wagen!“ (Apostelgeschichte 8, 29) Philippus geht also hin und hört den Mann im Wagen im Prophetenbuch Jesaja lesen. Und an dieser Stelle muss Philippus gedacht haben: „Deswegen hat Gott mich also hierher geschickt!“ Philippus spricht den Mann an und erzählt ihm von Jesus. Der Durchreisende glaubt sofort, dass Jesus die Beziehung zwischen Gott und den Menschen wieder ins Lot bringen kann und lässt sich taufen.

Sich auf Gott einzulassen, lohnt sich!

Für Philippus ist die Geschichte noch nicht abgeschlossen: Nachdem er seinen Auftrag erfüllt hat, „entrückte der Geist des Herrn Philippus […] und er fand sich in Aschdod wieder.“ (Apostelgeschichte 8, 39-40). Wie aufregend ist das denn! Gott schnappt sich seinen Nachfolger und beamt ihn an einen anderen Ort. Philippus erlebt Gott an diesem Tag auf besondere Weise. Warum? Weil er dem Impuls am Anfang der Geschichte nachgegangen ist. Weil er sich darauf eingelassen hat zu dem besagten Ort zu gehen, ohne zu wissen, was dort passieren wird.

Philippus‘ Geschichte fasziniert mich. Ich staune über das, was er erlebt hat und wünsche mir, dass Gott auch mich so gebraucht. Gleichzeitig bewundere ich Philippus‘ Gottvertrauen und Gehorsam. Ich beachte längst nicht jeden Impuls, den ich von Gott empfange. Manchmal aus Bequemlichkeit, manchmal aus Angst, manchmal weil ich daran zweifle, ob es überhaupt Gott war, der zu mir gesprochen hat. Was mir dadurch alles schon entgangen ist, weiß ich nicht. Daran möchte ich auch nicht verzweifeln. Aber: Wenn ich an Philippus denke, motiviert es mich, mich auf Gottes Aufträge einzulassen. Denn so kann ich nicht nur anderen helfen, sondern auch meine Beziehung zu Gott stärken. Und genau das möchte ich mir sagen, wenn der nächste Impuls kommt und ich Angst habe, ihm zu folgen. Machen Sie mit?

Autor/-in: Christine Keller