03.05.2011 / Aktuell

Jesus loves Osama

Osama Bin Laden ist tot. Die westliche Welt atmet auf, samt vieler Christen. Dabei hat Jesus diesen Mann aufs Innigste geliebt.

„Jesus loves Osama“ – Jesus liebt Osama. Dieses Plakat an den Mauern einer Kirche hat im australischen Sydney schon im Jahr 2007 für Aufsehen gesorgt. Gemeint war Osama bin Laden, ehemaliger Kopf des Terror-Netzwerkes al-Qaida, der am vergangenen Montag von amerikanischen Spezialkräften getötet wurde. Steve Turner, Pastor der St. Clement’s Church war zunächst überrascht, wie viel Aufmerksamkeit das Plakat bei Passanten erregte.

„Wir haben das schon am ersten Tag erlebt, als das Plakat dort hing. Als wir die Kirche verließen, bemerkten wir, wie einige Personen davon Fotos geschossen haben. Uns hat das amüsiert – aber das Plakat hat die Leute zum Anhalten gebracht. Sie blieben wie angewurzelt stehen und haben das Schild gelesen. Das hat uns sehr ermutigt, denn auf dem Schild steht auch: „Jesus sagt: Betet für Eure Feinde und die, die Euch verfolgen.

Wir wünschen euch die Hölle!
Eigentlich sind es eher Hass und Wut, die einen Menschen beim Gedanken an Terroristen befallen. Die deutsche Boulevardpresse wünschte den Verantwortlichen für die Anschläge des 11. September gar die ewige Hölle. Es stellt sich also die Frage: Warum sollte Jesus ausgerechnet einen radikal-islamischen Terroristen, lieben?

„Natürlich wollten die Leute wissen, warum Jesus Osama lieben sollte. Und so konnten wir ihnen erzählen, dass Jesus für alle Menschen gestorben ist – alle Männer, Frauen und Kinder. Und sein Tod am Kreuz ermöglicht wieder eine Beziehung zum Vater im Himmel. Und natürlich: Das Konzept der Vergebung ist ja ein Thema, das im Zentrum unseres Glaubens steht. So waren wir hier in Australien in der Lage, in den Medien über das Thema zu diskutieren.“

Es bleibt herausfordernd
Dass Jesus Christus selbst den schlimmsten Verbrecher liebt, deckt sich durchaus mit der Botschaft der Bibel. Doch für Menschen, die selbst Angehörige bei einem Terroranschlag verloren haben, ist die christliche Sicht der Dinge schwer nachzuvollziehen.

„Ich erhielt einen Anruf. Es war ein Mann, der seinen Sohn bei einem Bombenanschlag auf Bali verloren hatte. Er war überaus beunruhigt, dass wir ein Schild mit der Aufschrift „Jesus liebt Osama“ aufgehängt haben. Es war so wichtig, mit ihm zu sprechen. Er erzählte uns vom Einfluss des Todes seines Sohns auf seine Ehe und dass sein Leben seitdem auseinanderfällt. Ich konnte ihm zuhören und ihm von Gott erzählen. Und obwohl er überhaupt nicht an Gott interessiert war, wollte er sehr gerne, dass wir für ihn beten.“

„Jesus loves Osama.“ Gottes Liebe begegnet dem unbändigen Hass der Terroristen. Der Slogan bleibt herausfordernd. Die Aussage Jesu bleibt herausfordernd. Auch nach dem Tod von Osama bin Laden.