11.02.2013 / Andacht
Gott braucht mich nicht!
Dabei wollte ich doch kurz die Welt retten. Eine Andacht.
So ein Mist. Schon wieder keine Stille Zeit gemacht. Dabei habe ich mir doch so fest vorgenommen es wirklich jeden Tag zu machen. Irgendwie habe ich Schuldgefühle Gott gegenüber. Wahrscheinlich ist er jetzt von mir enttäuscht, zumindest nicht gut auf mich zu sprechen. Denn schließlich setzt er sein ganzes Vertrauen in mich. Ich soll doch für ihn die Welt retten.
Brutal, aber wahr: Gott braucht mich nicht! Er braucht es nicht, dass ich jeden Tag zu ihm komme, um mit ihm zu reden und in seinem Wort zu studieren. Was gleichzeitig nicht bedeutet, dass er sich nicht nach mir sehnt. Dennoch ist er nicht auf mich angewiesen. Egal ob ich von mir glaube, ein besonders toller Christ zu sein, der doch eigentlich recht viele Dinge für Gott macht. Gott braucht mich nicht!
Er ist so glücklich und so zufrieden, wie es nur ein Gott sein kann. In 2. Korinther 5,19 steht: „Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte." Wenn in ihm alle Fülle wohnt, dann ist er auch entsprechend erfüllt. Glücklich. Seine gute Laune kann niemand trüben. Wenn das so ist, warum also noch beten und in der Bibel lesen?
Ich brauche ihn
Weil ich es brauche. Weil ich ihn brauche. Ich brauche täglich diese Nähe zu ihm. Wenn ich die Zeit mit Gott nicht auf die Reihe kriege, stehe ich meinem Glück selbst im Wege. Je mehr ich mit Gott, in dem die Fülle wohnt, zu tun habe, umso mehr färbt diese Fülle auf mich ab. Er möchte mir Gutes tun und mir von innen her Zufriedenheit und Erfüllung schenken. Eben genau das, was ich mir für jeden Lebensbereich wünsche. Alles hängt davon ab, ob ich an Jesus angedockt bin.
Viel mehr noch. Gott möchte durch mich die Welt verändern. Dort, wo ich Ungerechtigkeit in der Gesellschaft erkenne, darf ich mich einklinken und dagegen arbeiten. Außerdem möchte er mein Leben gebrauchen, damit Menschen sensibel für Jesus werden und anfangen, ihn zu suchen. Vielleicht gebe gerade ich einer Person den ausschlaggebenden Impuls – und sie lässt sich auf Jesus ein. Das hört sich gut an! Dann braucht er mich also doch, damit er die Welt verändern kann? Nein. Immer noch nicht. Ich mache ihm mit meiner Nachlässigkeit keinen Strich durch die Rechnung. Und ich tue ihm keinen Gefallen, wenn ich mich für ihn einsetze. Jedoch wenn mir seine guten Pläne mit mir egal sind und ich lieber mein eigenes Ding mache, dann verändert er die Welt eben durch andere Menschen.
Aber wäre das nicht zu schade?