05.05.2010 / erfahrungsreich
Gemeinsam beten - aber wie?
Sich Zeit zum Beten zu nehmen und diese Zeit gut zu strukturieren, fällt nicht jedem leicht. Heiko Hörnicke hat ein paar Tipps, wie's trotzdem gelingen kann.
Gebet in der Ehe oder in einer Zweierschaft
Im Laufe unserer Ehe haben meine Frau und ich uns immer Zeit zum Beten genommen. Morgens, bevor die Kinder aufwachten, war unsere Stille Zeit dran. Unsere Erkenntnisse und Probleme haben wir dann zu Gott gebracht. Viel Zeit blieb uns dafür leider nicht.
Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, fanden wir eher ungestört Zeit zum Beten. Auf Dauer wollten wir aber unseren Gebeten mehr Struktur und Inhalt geben. Dafür fanden wir die Vorschläge hilfreich, die jeweils vorn im Losungsheft der Herrnhuter Brüdergemeinde gegeben werden. Wir haben sie für unsere Situation modifiziert. So ergibt sich bei uns folgende Abfolge:
• Jeden Tag zu Anfang: Gesundheit und Schutz für uns, unsere Familien und Freunde; für die Kranken, für wichtige Termine
• Sonntag: Verwitwete, gefährdete und geschiedene Ehen, Freunde
• Montag: Personen aus unseren Hauskreisen
• Dienstag: Gebetskreise, Stadtgebetsarbeit
• Mittwoch: Personen, die wir geistlich begleiten
• Donnerstag: Befreundete Werke
• Freitag: Unsere Obrigkeit – am Ort, im Land, im Bund, in Krisenregionen
• Samstag; Kirchengemeinden, Reich Gottes
Je nach persönlicher Situation und Umfeld werden solche Themen unterschiedlich sein.
Gebet in einem Gebetskreis oder einer größeren Gruppe
Nach der Berufstätigkeit hatten wir das Glück, viele Jahre in gemeindeübergreifenden Gebetskreisen zu sein. Hier stehen andere Themen im Vordergrund: Zunächst muss jeder die Möglichkeit haben, aktuelle Nöte oder wichtige Termine zu nennen. Am besten wird dann gleich dafür gebetet. Das führt oft dazu, dass beim nächsten Treffen Einzelne berichten, wie Gott wunderbar eingegriffen hat. Oder aber auch, dass die Not noch weiter besteht.
Vornehmlich geht es aber um die geistliche Situation am Ort, in unserer Region, in unserem Land. Wenn Personen aus verschiedenen Gemeinden oder Denominationen dabei sind, erhält man viele wichtige Informationen. Es wächst eine Verbundenheit über Gemeindegrenzen hinaus. Der Leib Christi in seiner Vielfalt wird erfahrbar. Das in einer mittelgroßen Stadt zu erleben, war für uns ein geistlicher Lernprozess.
Umso mehr sind wir betroffen, dass in dem Stadtteil, in dem wir jetzt leben, solche übergemeindlichen Kontakte fehlen. Die Gemeinden leben nebeneinander her. Wie viel mehr könnten die Christen in der Öffentlichkeit präsent sein, wenn die unterschiedlichen Richtungen mehr von einander wüssten, Vorurteile abbauten, sich in ihrer Verschiedenheit ergänzten. Vor allen sollten Achtung und Wertschätzung wachsen.
So beten wir dafür, dass die Christen zueinander finden und dass Gebetskreise entstehen unter Schülern, Lehrern, Geschäftsleuten, Müttern und vielleicht noch anderen Gruppen. Wir sind gespannt, wie Gott dieses Gebet beantwortet.
Gebetsschulungen einbauen
Es motiviert sehr, wenn einige Gebetsgruppen sich zu einer Schulung am Samstag oder für ein ganzes Wochenende treffen. Dann kann man einen Referenten einladen, der Hintergrundinformationen und Anleitung gibt. Wichtige Themen könnten sein:
• Die geistliche Geschichte unseres Ortes/unserer Region
• Gebetsbewegungen weltweit
• Gebetsbewegungen in der Kirchengeschichte
Also: Gemeinsam beten – aber wie!