05.06.2026 / Interview
Eine Bibliothek, die nie geschlossen hat
ERF.de ist mehr als eine Webseite – es ist ein Ort, an dem Tausende Beiträge rund um die Uhr abrufbar sind.
Jede Bibliothek braucht Menschen, die Regal füllen, neue Bücher anschaffen und für Ordnung sorgen. Simon Kassen, Unit Lead ERF.de, gibt Einblick in den Alltag des Teams, das die Webseite erf.de pflegt und christliche Inhalte jederzeit im Internet bereitstellt.
ERF: Simon, du arbeitest den ganzen Tag am Computer. Wie viel Handwerker steckt trotzdem in dir?
Simon Kassen: Ich würde mich als Allrounder bezeichnen, der sich gerne an verschiedenen Dingen ausprobiert. Unser 80er-Jahre-Bungalow gibt mir eine lange Liste handwerklicher Aufgaben vor. Ich versuche mich auch gerne an Backrezepten oder tobe mich am Schlagzeug aus. Hin und wieder poliere ich den Lack unseres in die Jahre gekommenen Autos, weil es mich begeistert, dass es danach so schön glänzt.
ERF: Du bist Teamchef von ERF.de – dem Team, das sich um die Webseite des ERF kümmert. Wie viel Handarbeit steckt darin?
Simon Kassen: Wenn Daten nur von einer Stelle zur anderen wandern müssen, arbeiten wir mit automatisierten Prozessen – zum Beispiel wenn sich jemand zu unseren Newslettern anmeldet.
Geht es dagegen um Gestaltung oder die Auffindbarkeit unserer Inhalte, dann ist Kreativität gefragt: sei es bei unseren Grafikern, die Bilder aussuchen und bearbeiten, oder bei unseren Programmierern, die für (fast) jeden Wunsch eine technische Lösung finden.
Eine riesige Bibliothek
ERF: Warum ist es wichtig, dass es erf.de gibt – und was ist die größte Stärke der Webseite?
Simon Kassen: Die Webseite ist der zentrale Ort, an dem unsere Sendungen und Beiträge gespeichert sind: zum Beispiel die Gesprächssendungen von ERF Plus, der Fernsehgottesdienst oder unsere Artikel über Glaubens- und Lebensfragen. Außerdem gibt es Themenseiten, Workshops, Veranstaltungstipps und Reiseangebote mit christlichen Inhalten.
Man kann sich das Ganze wie eine riesige Bibliothek vorstellen, in der unzählige spannende Bücher in den Regalen stehen. Aus diesen Regalen kann sich jeder Besucher von ERF.de bedienen.
Daneben versorgt die Webseite viele weitere Systeme mit Inhalten – unter anderem die Smartphone-Apps von ERF Plus und ERF Jess.
Unser Hauptanliegen ist es, auf Jesus hinzuweisen und ermutigende Beiträge rund um die Uhr im Internet verfügbar zu machen.
ERF: Ihr seid mehr als ein Dutzend Leute im Team: Welche Aufgaben gehören zu eurem Bereich?
Simon Kassen: Tatsächlich sind die Aufgaben in unserem Team sehr abwechslungsreich. Wir schreiben viele Texte, erstellen Themenseiten – zum Beispiel zum Thema „Handgemacht" – und überlegen uns, wie die nächste Ausgabe der ERF Antenne aussehen soll. Außerdem werten wir Daten aus, programmieren Webseiten, begleiten hausweite Projekte oder kümmern uns um die Anliegen unserer Leserschaft.
ERF: Welche Rolle hast du im Team am ehesten: Feuerwehrmann, Architekt, Bauleiter – oder etwas ganz anderes?
Simon Kassen: Am ehesten sehe ich meine Rolle als die eines Dirigenten. Er kann zwar nicht jedes Instrument spielen, hat aber eine Vorstellung davon, wie die gesamte Komposition am Ende klingen muss. Dafür gibt er den Takt vor und sorgt dafür, dass zum richtigen Zeitpunkt alles stimmig zusammenklingt. Lustigerweise habe ich unter anderem auch Musikwissenschaft studiert – vielleicht kommt mir das hier zugute.
Ich sehe mich nicht als Chef, der alles besser weiß, sondern ich schätze die Expertise meines Teams – gerade dann, wenn ich fachliche Entscheidungen treffen muss.
ERF: Was würde im ERF fehlen, wenn es euer Team nicht geben würde – und was macht ihr, das sonst niemand im Haus macht?
Simon Kassen: Ohne uns wären viele ermutigende Inhalte im Internet nicht zu finden, und das Medienmagazin ERF Antenne gäbe es auch nicht. Beides ist dem technischen und gestalterischen Können unseres Teams zu verdanken.
Darüber hinaus schreiben wir eigene Beiträge zu Glaubens- und Lebensfragen und geben Impulse, wie das Leben mit all seinen Herausforderungen gelingen kann.
Wenn sich Leben durch unsere Inhalte verändern
ERF: Woran merkt ihr, dass eure Arbeit etwas bewirkt? An Nutzerzahlen oder eher an persönlichen Rückmeldungen?
Simon Kassen: Zahlen helfen uns zu verstehen, welche Inhalte relevant sind – aber wirklich bewegt uns der persönliche Kontakt. Wenn jemand schreibt, was sich in seinem Leben verändert hat, ist das der eigentliche Maßstab. Eine Leserin brachte es kürzlich folgendermaßen auf den Punkt:
„Danke für diesen Beitrag, der mich voll angesprochen hat! Diesen Impuls habe ich gebraucht, um endlich tiefgehende Prägungen anzugehen, die ich schon lange mit mir rumschleppe!"
Für solche Rückmeldungen machen wir unsere Arbeit.
ERF: Gab es Momente, in denen etwas ganz schön schief gegangen ist?
Simon Kassen: Kleinere Pannen gehören zum Alltag: ein Rechtschreibfehler hier, ein falscher Link dort. Manchmal sind Inhalte auf der Webseite nicht abrufbar, aber das lässt sich in der Regel schnell korrigieren. Folgenreicher war ein Fehler beim Versand der ERF Antenne – so etwas bringt den gesamten Produktionsablauf ins Stocken.
Unsere Frage danach lautet weniger „Wer war schuld?" als „Was lernen wir daraus?" – und ein gesunder Humor über die eigenen Fehler schadet dabei nicht.
KI hilft, aber Empathie bleibt Handarbeit
ERF: Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz bei euch?
Simon Kassen: KI-Programme unterstützen uns bei der Programmierung und bei wiederkehrenden Routineaufgaben – also überall dort, wo Geschwindigkeit und Präzision gefragt sind. Menschliche Kreativität und Empathie – etwa im direkten Kontakt mit unserer Leserschaft – ersetzen sie aber nicht.
ERF: Was ist für dich die größte Herausforderung, und wann war ein Tag als Teamchef ein guter Tag?
Simon Kassen: Die größte Herausforderung ist für mich, das Tagesgeschäft und die strategische Weiterentwicklung gleichzeitig zu stemmen. Dabei schätze ich am meisten, dass wir im Team stets füreinander da sind und alle an einem Strang ziehen. Gemeinsam machen wir Medien, damit Menschen Gott kennenlernen und er ihr Leben verändert.
Wenn wir das erreichen, es meinem Team gutgeht und die Arbeit Spaß macht – dann war es ein guter Tag.
ERF: Vielen Dank für das Gespräch.