12.08.2026 / ERF Global Hope

Drei Monate Schweigen

Borana merkt: Mit ihrer Stieftochter stimmt etwas nicht. Eine „Women of Hope“ Sendung hilft ihr, genauer hinzuschauen und zu handeln.

Adela ist zwölf und gehört zur Roma-Gemeinschaft in Albanien. Ihre Eltern sind geschieden. Als ihr Vater erneut heiratet, zieht Adela zu ihm. Borana, die Stiefmutter, will für das Mädchen da sein. Sie weiß: Adela hat Schlimmes erlebt. Ihre leibliche Mutter hat sie geschlagen und oft vernachlässigt. Borana will jetzt alles richtig machen. Aber sie fühlt sich unsicher. Denn Adela ist verschlossen und stößt Borana oft weg.

Was Borana nicht merkt: In der Schule wird Adela gemobbt – auch weil sie Roma ist. Und dann passiert etwas, das sie völlig verstummen lässt: Ein älterer Junge missbraucht sie auf der Schultoilette. Danach droht er ihr: „Wenn du etwas sagst, bringe ich dich um.“ Aus Angst schweigt Adela. Drei Monate lang.

Eine Frage, die alles verändert

Borana spürt, dass ihre Tochter sich verändert. Adela wirkt schwach, noch stiller als sonst. Sie nimmt ab. Borana hat wie viele Roma-Frauen kaum Schulbildung und kann nicht gut lesen. Aber eines Tages stößt sie auf dem Handy auf eine Sendung auf Romanes, der Sprache der Roma. Es geht um Mobbing – und darum, wie Eltern merken, wenn ein Kind leidet, und wie sie helfen können.

Borana hält inne und denkt: Was, wenn Adela gemobbt wird – und ich habe nie gefragt? Als Adela nach Hause kommt, nimmt Borana sie in den Arm. Und sie stellt nur eine Frage: „Mein Kind – tut dir jemand weh?“ Da bricht alles aus Adela heraus.

Borana versteht in diesem Moment: Wenn meine Tochter sich schwierig verhält, braucht sie keine Strafe. Sie braucht Liebe, Schutz, Wärme und einen sicheren Ort.

Sie sagt:

Ich danke Gott für dieses Programm. Ich war nicht in der Schule und kann kaum schreiben. Aber ich kann zuhören – und das Gehörte umsetzen.

Warum Roma-Frauen in Albanien besonders verletzlich sind

In Albanien leben Schätzungen zufolge über 100.000 Roma. Albanien zählt zu den wirtschaftlich schwächsten Ländern Europas. Viele Roma gehören dort zu den am stärksten benachteiligten Menschen im Land. Ausgrenzung ist für viele Alltag – bei der Jobsuche, im Wohnumfeld, in der Schule.

Roma-Frauen trifft das doppelt. Sie erleben Diskriminierung in der Mehrheitsgesellschaft. Und oft auch Druck innerhalb der eigenen Gemeinschaft. Viele Mädchen werden sehr früh verheiratet und brechen die Schule ab. Häusliche Gewalt ist ein großes Thema – und Hilfe zu suchen ist schwer, wenn man sich nicht gesehen und nicht ernst genommen fühlt.

„Women of Hope“ - Sendungen, die Frauen stärken

Genau hier setzt das Projekt „Women of Hope“ („Frauen der Hoffnung“) an. Unser Medienpartner TWR Albanien produziert diese Programme auf Albanisch und auf Romanes. Die Sendungen sprechen Lebensrealität an: Beziehungen, Erziehung, Konflikte, Selbstwert. Und sie geben praktische Schritte für den Alltag.

Vor allem aber geben sie Frauen eine Botschaft, die viele noch nie gehört haben: Du bist wertvoll. Du bist nicht allein. Deine Identität hängt nicht an dem, was andere über dich sagen, sondern von Gott. Jesus sieht dich und liebt dich.

„Veränderung, die nur Jesus bewirken kann“

Das Team hinter den Sendungen bleibt nicht auf Distanz. Die Produzentinnen treffen sich regelmäßig mit Frauen aus der Roma-Gemeinschaft. Sie hören den Frauen zu, beten für sie und ermutigen sie. So ist das Team nah dran an den Themen, die Roma-Frauen bewegen und können Sendungen produzieren, die nicht „von oben herab“ reden – sondern mitten ins Leben sprechen.

Ledi Hebabasi, die Leiterin von TWR Albanien sagt:

Wir sind dankbar, dass wir Roma Frauen erreichen. Bitte betet, dass Gott weiterhin Zuhörerinnen zum Programm „Women of Hope“ führt, ihre Herzen weich macht und sie für Jesus und die Veränderung öffnet, die nur er bewirken kann.

Und manchmal beginnt Veränderung genauso: mit einer Online-Sendung. Und einer Mutter, die auf einmal den Mut findet, die richtige Frage zu stellen.

Seien Sie live dabei!

Am 1. Oktober 2026 heißt es wieder: „Hoffnung in die Welt s(p)enden“ beim ERF Spendentag. Freuen Sie sich von 6-19 Uhr auf weitere bewegende Geschichten und echte Einblicke in unsere internationale Medienarbeit. Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass noch mehr Menschen Jesus kennenlernen.
 

Autor/-in: Ingrid Will

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