30.10.2012 / Monatsspruch November 2012

Der Heilige in mir

Warum Tempel sein gar nicht so leicht ist: Gedanken zum Monatsspruch November.

Dem Heiligen begegnen ist kein Pappenstiel. Mose zum Beispiel zog es die Schuhe aus (2. Mose 3,5), Zacharias verschlug es im Tempel die Sprache (Lukas 1, 22).

Umso bemerkenswerter, dass Christen laut Paulus solch ein Tempel sind. „Wir sind der Tempel des lebendigen Gottes“ schreibt er im 2. Korintherbrief 6, 16 – und meint damit nicht den Vorhof, die Wechselstuben oder sonstige Randbereiche dieses antiken Bauwerks. Er meint das Heilige, das Allerheiligste, den Ort, wo sich Gottes Gegenwart zeigte.

Klar, Paulus spricht damit den Christen in Korinth zu: Ihr gehört ganz nah zu Gott, er wohnt sogar mit seinem heiligen Geist in euch wie einst im Tempel. Seine Aussage meint aber auch: Lebt entsprechend! Wie Heilige, die ganz Gott gehören und sich als Nachahmer Jesu durch nichts von diesem Weg abbringen lassen.

Stellt sich für mich die Frage: Wenn ich ein Tempel Gottes bin, wie sehr ist Gottes Heiligkeit in meinem Leben zu spüren? Was bekommen meine Mitmenschen davon mit bei meinen Entscheidungen, meinen Launen, an meinem Arbeitsplatz und zu Hause? Wann also hat mein Leben zuletzt jemandem im positiven Sinn die Sprache verschlagen?

Was für ein Zuspruch, aber auch was für ein Anspruch für diesen November. Herausfordernd ist das allemal. Aber mit Gottes Hilfe und seinem Geist nicht unmöglich.

Autor/-in: Joachim Bär