01.12.2016 / Eine DVD-Vorstellung
„Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“
Fiktive Geschichte eines Liebespaars in den Fängen der Colonia Dignidad
1973 putscht General Pinochet in Chile. In diesem Pulverfass sind auch Daniel und Lena – er ein Student und Fotograf, sie eine Stewardess. Das Paar trifft sich in Chile, wo Daniel seit vier Monaten lebt, wann immer Lena einen Flug nach Santiago bekommt. Als Daniel, der sich politisch für den gewählten Präsidenten Allende einsetzt und Plakate entwirft, werden die beiden von der Militär-Junta verhaftet. Während Lena wieder frei kommt, wird Daniel in ein Folterlager verschleppt und als Krüppel in die berühmt-berüchtigte „Colonia Dignidad“ abgeschoben – die „Kolonie der Würde“.
| „Colonia Dignidad Es gibt kein zurück“ |
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| Spielfilm, D, Lux 2015 | ||
| Regie: |
Florian Gallenberger | |
| Verleih: | Majestic / Fox | |
| Länge: | 105Min | |
| Darsteller: |
Emma Watson (Lena), Daniel Brühl (Daniel), Michael Nyqvist (Paul Schäfer), Richenda Carey (Gisela), Vicky Krieps (Ursel), Jeanne Werner (Dorothea), Julian Ovenden (Roman), August Zirner (Deutscher Botschafter), Johannes Allmayer (Dieter), u.a. |
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| FSK: | 16 | |
| Unsere Empfehlung: |
ab 16 Jahren Nichts für sanfte Gemüter |
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Doch dort gibt es so etwas wie Würde nicht. Dort führt der pädophile Sadist Paul Schäfer sein Regime unter dem Deckmantel einer frommen Gemeinschaft, die den Ursprünglichen Glauben zu leben versuchen. Er missbraucht in seiner hermetisch abgeriegelten Kolonie nicht nur minderjährige Jungen sexuell, foltert mit Elektroschocks, verabreicht zwangsweise Psychopharmaka und trennt Männer, Frauen und Kinder, er foltert auch im Namen Pinochets, besorgt dem General Waffen und Giftgas. Lena will ihren Daniel befreien und begibt sich ohne großes Vorwissen freiwillig in das Lager, ohne Aussicht, je dort wieder herauszukommen…
Fiktive Geschichte, realer Hintergrund
Die Liebesgeschichte eingebettet in die realen Ereignisse in Chile ist harter Tobak. Diese Liebesgeschichte ist im Grunde das, was zunächst die Protagonisten, aber auch den Zuschauer bei der Stange hält – ohne die Hoffnung auf Liebe und Erlösung wäre dieser Film nicht auszuhalten. Und das, obwohl die eigentliche Gräuel gar nicht gezeigt, sondern nur angedeutet werden. Trotzdem fiebert man mit, denn das Grauen hat einen Namen: Paul Schäfer, der in seinem Areal eine Art Polizeistaat führte, der durchaus mit den Nazis oder der DDR vergleichbar ist. Der Film will sich nicht mit dieser Tatsache auseinandersetzen – er liefert mit der „Colonia Dignidad“ nur das Umfeld für diesen Spannenden Thriller.
Getragen wird der Film von den charismatischen Darstellern: Daniel Brühl (Goodbye Lenin) als Daniel, Emma Watson (Hermine in den Harry Potter-Filmen) als Lena und Michael Nyqvist (Millennium-Trilogie) als Paul Schäfer. Sie alle tragen dazu bei, dass der Film zu einem Aufruf für die Menschlichkeit wird und gegen Machtmissbrauch jeglicher Art demonstriert. Durch die Liebesgeschichte identifiziert man sich mit den Protagonisten, auch wenn die Hintergründe, die Verwicklungen der Chilenischen und deutschen (!) Regierung leider recht blass bleiben.
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Lena und Daniel beobachten Verhaftungen
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Paul Schäfer nimmt Lena hart ran
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Lena will Ursel beschützen
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Demonstration für die Freiheit
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Flucht vor dem Militär
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Gefangen
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Lena bei ihrer Ankunft in Chile
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Lena und Daniel auf einer Kundgebung
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Daniels Fotos beeindrucken Lena
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Lena vor dem Tor der Colonia Dignidad
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Daniel in den Händen der Militär-Putschisten
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Lena ist entsetzt, als Daniel verschleppt wird
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Paul Schäfer, der Sadist
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - „Tante“ Gisela, Aufseherin der Colonia Dignidad
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Von hier gibt es kein Entrinnen
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Ursel
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Männerversammlung
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Ein Versteck - oder gar ein Fluchtweg?
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Paul malträtiert Lena in der Männerversammlung
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Lena und Daniel werden verfolgt
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Paul Schäfer und General Pinochet
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Lena liebt Daniel
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Emma Watson und Regisseur Florian Gallenberger
© © Majestic / Ricardo Vaz Palma - Szenenbesprechung am Set
© © Majestic / Mathias Bothor - Emma Watson
© © Majestic / Mathias Bothor - Daniel Brühl
© © Majestic / Mathias Bothor - Michael Nyqvist
© © Majestic / Fox - BluRay Packshot
Starker Tobak - Ein Psychokrieg
Zu Recht ist der Film erst ab 16 freigegeben, denn der Psychokrieg, der hier ausgefochten wird, ist nichts für Kinder. Warum also soll man sich das ansehen!? Weil der Film Mut machen möchte, sich gegen etwas zu stellen, was nicht rechtens ist. Weil es Menschen geben muss, die deutlich sagen, dass diese vermeintliche Religionsgemeinschaft nichts mit Der Bibel oder Jesus zu tun hat. Weil es immer noch Menschen gibt, die – mangels Geld und darum mangels Alternativen – auf dem ehemaligen Gelände leben und dort versuchen, sich mit einem Fremdenverkehrsbetrieb über Wasser zu halten. Weil weder die chilenische noch die deutsche Regierung den Opfern bisher keine Entschädigung gezahlt haben.
Dieser Film kann der Anfang sein zu einem Diskurs über Macht, Machtmissbrauch und den christlichen Glauben.
| Action | ✓✓✓✓✓ | |
| Spannung | ✓✓✓✓✓ | |
| Gefühl | ✓✓✓✓ | |
| Anspruch | ✓✓✓ | |
| Gewalt |
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| Note: | 2- | |
Der folgende Trailer hat eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren