28.10.2010 / ERF aktuell

Als Christ in Extremsituationen

Bei ihm fragen selbst hartgesottene Atheisten nach Gott: Der Oberfeldarzt Dietrich Podehl über die Suche nach Gott in Extremsituationen.

Wer die beste Nachricht der Welt zu erzählen hat, braucht den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Erst recht nicht in Extremsituationen. Das stellte Oberfeldarzt Dietrich Podehl in seinen zahlreichen Einsätzen in Krisengebieten fest. Der 55-jährige trat am vergangenen Montag einen sechsmonatigen Einsatz in Afghanistan an. "Dass ich einer bin, der Jesus im Herzen hat, das spricht sich relativ schnell rum", erklärt Podehl in einem Interview mit ERF Fernsehen.

Und das ist gut so. Extremsituationen werfen existentielle Fragen auf. Besonders dann, wenn offensichtlich wird: Hier ist jemand, der geht anders mit Problemen und Nöten um. "Wir haben es gerade in der deutschen Armee mit einem hohen Prozentsatz an Atheisten zu tun, die sehr genau schauen, was wir Christen so tun: wie wir leben, wie wir mit der Trennung von Frau und Kindern zurechtkommen oder mit der existentiellen Angst vor einer Sprengfalle."

So kommt es, dass Podehl in seinen Einsätzen oft nicht nur Arzt, sondern auch Seelsorger ist. "Jeder weiß, es kann ihn erwischen. Deswegen kommen viele Fragen hoch." Dieses Interesse nutzt Podehl, um mitten im Krisengebiet Bibelkreise ins Leben zu rufen. Wenn alles klappt, auch in diesem Einsatz.

Auch schon vor einem Einsatz ist Podehl Ansprechpartner für wichtige Lebensfragen. Er bereitet in seinem Unterricht Soldaten und ihre Familien auf das vor, was möglicherweise auf sie zukommt. "Was passiert, wenn der Ehemann nicht da ist oder wenn er verletzt nach Hause kommt? Diese Dinge werden angesprochen, um einen Denkprozess bei den Angehörigen in Gang zu setzen", erklärt Podehl. Das erste Testament zu schreiben, sei ebenfalls keine leichte Sache. "Wenn man das zum ersten Mal macht, dann schluckt man schon, obwohl man Christ ist."

Christ zu sein in Extremsituationen lohnt sich, aber es ist nicht immer einfach. Gerade dann, wenn man mit Leid und Ungerechtigkeit konfrontiert wird und der Ohnmacht, nichts dagegen tun zu können. So berichtet Podehl von einem jungen Mädchen mit gebrochener Wirbelsäule, das er einmal in ein ziviles Krankenhaus bringen musste. "Wenn man dann dort merkt, dass das Mädchen, weil es der falschen Volksgruppe angehörig ist, behandelt wird wie ein Stück Dreck, von ausgebildeten Ärzten wohlgemerkt, dann ist das schmerzhaft. Da kann man innerlich nur mit dem Kopf schütteln."


Das vollständige Interview wird am 5.01.2011 um 18:30 Uhr auf ERF eins zu sehen sein.
Zwei kurze Vorabversionen finden Sie bereits jetzt unter ERF Radio und ERF Fernsehen.