7 Wunder Lesezeit: ~ 4 min

Ein Adventskalender-Wunder

Lieben Sie, wie ich, Adventskalender? Dann öffnen Sie mit mir die Türchen eines Adventskalender-Wunders.

 

Das Bild eines Adventkalenders

Noch sind sie nicht im Regal, doch ich liebe sie. Adventskalender. Sie zeigen bereits ein Bild, obwohl noch alle Türchen geschlossen sind. Jedes Türchen, das ich bis Weihnachten öffne, gibt ein neues Motiv preis und so entsteht nach und nach ein neues Bild. Manchmal hat das neue Bild nicht mehr so viel mit dem ursprünglichen Bild zu tun.
 

Wundertüren eines persönlichen Adventskalenders

Ein Bettler, blind von Kindesbeinen an, hatte sein Lebensbild vor Augen: Fast täglich betteln, immer auf die Gunst anderer angewiesen. Gelebt werden statt selbständig planen zu können. Doch innerhalb weniger Stunden öffneten sich Türchen eines Adventskalenders, der extra für ihn entworfen scheint.
 

Statt 24 nur 11 Türchen, die sich öffnen lassen

Anfangs ahnte der Blinde noch gar nicht, dass sich bereits das erste Türchen für ihn öffnete: Im Vorübergehen fiel Jesu Blick auf ihn. Ausgerechnet auf ihn, der anderen eher lästig war. Sahen Sie ihn, überlegten sie sich, ob sie ihm eine Münze zuwarfen oder ihn lieber übersahen. Jesus machte weder das eine noch das andere, sondern ließ seinen Blick auf dem Mann ruhen.

Das zweite Türchen folgte unmittelbar. Blind war er auf die Welt gekommen. Inzwischen war er auf Geräusche spezialisiert. Das erste Mal hörte er Jesu Stimme. Jesus redete über ihn, nicht mit ihm. Das war er gewohnt. Doch aus Jesu Mund drangen ganz neue Töne an sein Ohr: Blind geboren, das sei nicht seine Schuld, auch nicht die seiner Familie.

Eh er sich versah, ging das dritte Türchen auf: Jesus behandelte seine Augen als sei er ein Arzt. Und schon wartete das vierte Türchen auf ihn: Ein von Jesus ausgestelltes Rezept, das er im Teich Siloah - seiner Apotheke - einlösen sollte. Ohne zu zögern nutzte er Jesu Rezept und wusch im Teich seine Augen. Das Wunder geschah unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Er fühlte nicht nur das Wasser, er sah es auch. Das fünfte Türchen entpuppte sich als die Wundertür.

Das sechste Türchen öffnete sich postwendend: Man redete mal wieder über ihn. Erstmalig sah er seine Nachbarn, deren Stimmen schon solange in seinen Ohren klangen. Sie schleppten ihn zur religiösen Aufsichtsbehörde – den Pharisäern – weil ihnen das Beobachtete Spanisch vorkam.

Über das siebte Türchen staunte der erfolgreich Geheilte selbst: Hatte er wirklich Jesus als Prophet bezeichnet? Hatte er. Er sah es an ihren Reaktionen; sie glaubten ihm nicht.

Das achte Türchen kostete den frisch Geheilten etwas Überwindung, doch dann war es raus: „Jesus war’s. Er hat mich geheilt.“ Mit diesem Bekenntnis hatte er sich pro Jesus positioniert.

Unglaublich – beim neunten Türchen – führte der Geheilte ein richtiges Gespräch. Mit Menschen sprach er, die früher weder mit ihm noch er mit ihnen geredet hatte. Selbstbewusst formulierte er, wovon er inzwischen überzeugt war. Er sah sich schon als einer von denen, die sich um Jesus scharten.
 

Ein Türchen schlägt aus der Art

Damit fiel die Tür ins Schloss. Er, der Geheilte, war draußen, außen vor. Gehörte wieder nicht dazu. Sollte das Wunder umsonst geschehen sein? In den Tempel, in dem Gott besungen wurde, durfte er nicht mehr. So lautete der Beschluss der Pharisäer.

Die zehnte Tür war merkwürdig, sie widersprach jeder Logik eines Adventskalenders; auch der Logik eines Wunders?

Als Jesus erfuhr, was seinem Schützling passiert war, suchte er den Geheilten auf. Es folgte kein Ausquetschten. Der endlich Geheilte spürte Jesu Interesse an ihm. Oh Wunder, dieses Gespräch endete anders als die vorherigen. Am Ende sah der ehemals Blinde nicht nur mit seinen eigenen Augen, sondern auch mit seinem Herzen und war felsenfest davon überzeugt: „Jesus ist mein Tonangeber“. Er drückte es Jesus gegenüber so aus: „Herr, ich glaube und betete ihn an“ (Johannes 9,38).
 

Das neue Bild

Damit war sein persönlicher Adventskalender bereits nach elf Türchen geöffnet. Der blind geborene Mann sah Jesus. Durch ein Adventskalender-Wunder sagte sein Herz: Angekommen bei Jesus. In der neuen Gruppe, zu der er durch Jesus gehörte, sang er Lieder. Über Jesus. Über Wunder, die er selbst erlebt hatte.
 

Die Bibel steckt voller Adventskalender

Und ich staune, wie viele Adventskalender in der Bibel stecken. Habe ich die Geduld, Türchen um Türchen beim Bibellesen zu öffnen, sieht mein Bild von Jesus nachher anders aus als vorher. Im Fall vom Johannesevangelium, Kapitel 9: Jesus sieht den Einzelnen. Er sieht mich. Er lässt mich Türen öffnen, um in ihm das Licht zu entdecken, das mich in dieser Welt am meisten fasziniert. Für mich ist Jesus inzwischen ein konkurrenzloses Licht. Ein Wunderlicht.

Gott sieht mich. Er lässt mich Türen öffnen, um in ihm das Licht zu entdecken, das mich in dieser Welt am meisten fasziniert.

 


Banner zum Schwerpunktthema Wundervoll


Weitere Beiträge zum Thema

 

 

 

 

 

 

 


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.