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Als Muslim geboren ‒ ­als Christ wiedergeboren

Farsi sprechende Menschen finden in Deutschland zu Jesus. Ein Bericht aus einer Farsi sprechenden Gemeinde.


Der Gottesdienst ist gut besucht an diesem Sonntagnachmittag. Es sind Familien, Paare und einzelne Personen zusammengekommen. Sie alle sind farsisprachige Christen, die hier in ihrer Herzenssprache Gott loben und preisen. Der zuständige Pastor dieser iranischen Gemeinde heißt Schachram. Er hat selbst auf einem jahrelangen Weg zu einer intensiven persönlichen Beziehung zu Jesus gefunden. Dabei hat ein christliches Radioprogramm eine entscheidende Rolle gespielt – und immer wieder Träume, durch die Gott zu ihm gesprochen hat. Ähnliches erlebt er nun ganz oft bei den Menschen, die in seine Gemeinde kommen. Viele von ihnen haben ihr Land verlassen, weil sie als Christen im Iran, Afghanistan oder Pakistan ihren Glauben nicht frei praktizieren dürfen. Einige fanden in Deutschland zum Glauben: So wie Hossein, Mehrnaz und Mehran. Ihre Bekehrungen sind wundersam und bewegend. Stellvertretend für viele andere, die in Deutschland zum Glauben an Jesus Christus finden, erzählen sie ihre Geschichten.

Am Karfreitag fand er Jesus

Hossein hasste sein Volk, Gott und vor allem sich selbst. 1998 beschließt er, seinem erbärmlichen Leben ein Ende zu setzen. „Ich war fix und fertig und dachte es sei meine letzte Stunde hier auf Erden“, erzählt er sichtbar gerührt von seiner Vergangenheit. Doch es war Karfreitag und seine Nichte lädt ihn in die Gemeinde ein. Ein Gemeindeältester liest eine Geschichte. Diese berührt ihn so sehr, als sei es seine eigene. Von nun an geht er weiterhin zur Gemeinde und verwirft den Plan, seinem Leben ein Ende zu setzen. Sechs Monate später lässt er sich taufen.

Doch die anfängliche Glaubenseuphorie hält nicht an. Er fällt in alte Gewohnheiten zurück und kehrt der Gemeinde den Rücken. „Ich habe die Gemeinde verlassen, weil ich Dinge getan habe, die andere verletzten. Ich habe immer Probleme mit Leuten gehabt, im Iran und auch in Deutschland“, gibt er reumütig zu. Doch dann habe ihn Gott wieder gerufen. „Jetzt liebe ich mein Volk, meine Mitmenschen, mein Leben aber vor allem liebe ich Gott“, erzählt Hossein freudig.

Statt Unternehmer Pastor

Ähnlich wie Hossein ist Jesus auch Mehran und Mehrnaz begegnet. Der junge Mann und die junge Frau waren auf der Suche nach Gott und fanden in Jesus Christus den Gott, der ihnen ein neues erfülltes Leben schenkte.

Ein jüdischer Freund  bringt Mehran zum Zweifeln und damit auch zum Nachdenken über den „richtigen Gott“. Mutig diskutiert der junge Iraner schon in seinem Heimatland mit Muslimen und stellt den Islam in Frage. Das bringt ihn und auch seine Familie in Schwierigkeiten. Noch im Teenageralter verlässt er mit 15 Jahren  sein Heimatland und damit auch seine Familie. Über die Türkei kommt er nach Deutschland. In Bremen findet er eine christliche Gemeinde mit iranischen Gottesdiensten. Die Aufnahme in Deutschland und auch in eine christliche Gemeinde geht relativ schnell. Nach drei Monaten wird er getauft. Er geht weiterhin zur Kirche, aber nicht ganz regelmäßig. Christsein nimmt er erstmal nicht wirklich ernst.

Dann lernt er Mehrnaz kennen. Sie spricht wie er Farsi. Mit ihr spricht er über das Leben allgemein und den Glauben. Sie will mehr von Gott und Jesus wissen. Zusammen gehen sie zur einer iranischen Gemeinde. Schon beim ersten Besuch fühlen sie sich in der Gemeinde wohl und gut aufgehoben. Nun besuchen sie gemeinsam regelmäßig die Gottesdienste von Pastor Schachram.

Während eines Gottesdienstes spricht Gott zu Mehran. Gott sagt ihm, dass er Pastor werden soll. Das verwirrt Mehran zunächst, denn er hat andere Pläne für sein Leben – eigentlich will er Unternehmer werden. Während er noch mit sich und seinen Verwirrungen kämpft, kommt ohne vorherige Absprache Pastor Schachram auf ihn zu und sagt, dass er das Bibelseminar in Bonn besuchen kann. Das macht Mehran für einen Moment sprachlos. Doch dann weiß er, wie er sich zu entscheiden hat. Die Aufnahme zum Bibelseminar hat Mehran bestanden und einer Ausbildung zum Prediger oder Pastor steht nun nichts mehr im Wege. Seine Freundin Mehrnaz trägt die Entscheidung gerne mit. Gemeinsam lassen sie sich nun auf das Unternehmen „Dienst für Gott“ ein.  

Die Liebe führte sie zusammen

Mehrnaz lebt seit sechs Jahren in Deutschland. „Ich wusste gar nicht, wer und was ich bin und warum ich was tue“, so beginnt sie ihre Geschichte. Im Iran und als Muslimin geboren, pflegte sie traditionelle Riten des Islams. Was Christsein bedeutet und was Christen ausmacht, weiß sie nicht. Doch sie glaubt an Gott. Während einer depressiven Phase ihres Lebens lernt sie Mehran kennen. Er erzählt ihr von Jesus als dem Licht der Welt. Sie will mehr von diesem Jesus wissen und begleitet Mehran zum Gottesdienst. Dort begegnen ihr Fröhlichkeit, Freundlichkeit und Respekt. Von dieser Herzenswärme, die sie nie vorher kennengelernt hat, will sie mehr. Im Glaubenskurs lernt sie Jesus kennen und lieben. Sie versteht, dass er als Gottes Sohn zur Welt gekommen ist und warum sein Tod am Kreuz für sie den Weg zu Gott geöffnet hat. Zusammen mit Mehran will sie nun ihren Lebensweg gehen und so gestalten, dass ihr Leben Gott gefällt.

Bei Jesus hat die Suche ein Ende

Hossein, Mehran und Mehrnaz: Sie alle wurden als Muslime sie in ein Leben voller Traditionen hineingeboren. Auf der Suche nach Lebenssinn begegnet ihnen Jesus. Er verändert sie und ihr Leben, durch ihn erfahren sie eine geistliche Wiedergeburt.

So wie Hossein, Mehran und Mehrnaz geht es zurzeit vielen Muslimen. Sie sind auf der Suche und hinterfragen den islamischen Glauben, in dem sie aufgewachsen sind. Um Jesus noch mehr kennenzulernen und im Glauben zu wachsen, brauchen sie geistige Nahrung mit Worten, die ihre Herzen erreichen. Die Anzahl der Farsi sprechenden Gemeinden in Deutschland ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Viele Gemeinden teilen ihre Gotteshäuser mit Brüdern und Schwestern aus der Fremde; damit das Reich Gottes unter Iranern und Afghanen in Deutschland wachsen kann.


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