junge Muslime Lesezeit: ~ 2 min

Wie würde Jesus einer Muslimin begegnen?

Shabnam Jalali von der Arche Hamburg-Jenfeld.

„Ich war für Iraner immer zu deutsch. Und für die Deutschen sah ich zu iranisch aus. In meiner Teenagerzeit war das sehr belastend. Dieses Gefühl nicht dazuzugehören ist etwas sehr Trauriges und fast schon Ekliges.“
 

 

Shabnam Jalali ist gebürtige Perserin. Mit 8 Jahren ist sie mit ihren Eltern aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Heute bezeichnet sie sich als 100 Prozent Deutsche und gleichzeitig als 100 Prozent Iranerin. Es waren Christen, bei denen Shabnam Jalali erlebt hat: Hier bin ich so angenommen, wie ich bin. Sie bezeichnet es als Segen, „dass mich Gott da andere Wege geführt hat und ich bei ihm entdeckt habe, was es heißt dazuzugehören.“

Mit Gott die eigenen Wurzeln wiederentdeckt

Dazugehören, egal ob man blond oder dunkelhaarig ist – ob man aus blauen oder dunklen Augen in diese Welt schaut. Diese Haltung hat Shabnam Jalali ermutigt, ihre eigenen kulturellen Wurzeln wiederzuentdecken. Und dazu gehört ihre Liebe zu Poesie und Kunst. „Das habe ich aus meiner Kindheitskultur in die Wiege gelegt bekommen. Dort ist es Gang und Gebe, dass man jeden Abend etwas liest oder bei Familienfesten Gedichte dekliniert werden und selber zu schreiben und zu texten. Das habe ich neu entdeckt und lieben gelernt.“

Zu seinen eigenen Wurzeln stehen – und gleichzeitig voll und ganz ankommen in dem Land, das einem zur neuen Heimat geworden ist. Das hat Shabnam Jalali selbst erlebt. Und das vermittelt sie heute vielen jungen Neuankömmlingen weiter als Mitarbeiterin in der Arche, einer christlichen Kinder- und Jugendeinrichtung in Hamburg-Jenfeld. „Der Standard-Teenager ist auf der Suche nach seiner Identität. Viele Organisationen in unserem Land vergessen: Das Spirituelle ist ein  wichtiger Bestandteil ist in dieser Altersphase. Es ist wichtig, mit Jugendlichen über Glauben und Religion zu sprechen.“

Wie würde Jesus diesem Menschen begegnen?

Shabnam Jalali, selbst in Deutschland Christin geworden, hat in der Arche von Hamburg-Jenfeld mit vielen jungen Muslimen zu tun. Gerade Mädchen suchen ihre Rolle in der neuen von Freiheit und Toleranz geprägten Umgebung. „Wir alle stellen uns oft vor: Wie würde Jesus diesem einzelnen Menschen begegnen? Braucht sie einfach nur jemandem, dem sie sagen kann, dass sie das Kopftuch nicht tragen will? Sind da noch mehr Gespräche notwendig mit den Eltern? Sollen wir Mitgehen, sollen wir Anwalt sein?“

Jalali sieht sich als Begleiterin und Mutmacherin, Das Gespräch über Dinge des Glaubens: Es gehört ganz selbstverständlich zum Umgang miteinander in der Arche von Hamburg-Jenfeld. „Muslime sind offener mit uns zu sprechen, weil sie wissen, dass wir sie dabei ernst nehmen. Weil sie wissen, dass das ein christliches Haus ist, wo Glaube gelebt wird. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und sprechen darüber.“


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