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© Rod Long / unsplash.com

14.11.2023 / Erfahrungsbericht / Lesezeit: ~ 3 min

Autor/-in: Carmen Schmidt

Ein Gedanke wird Wirklichkeit

Gutes weitergeben über Generationen hinweg. Carmen Schmidt erlebt es privat und beruflich im ERF.

Vor vielen Jahren saß ich mit meiner Mutter gemeinsam in einem Gottesdienst. An dessen Ende wurde ein Jobangebot vom ERF in Wetzlar vorgelesen. Mein Gedanke: Oh, das wäre was für mich! Aber dann siegte schnell die Vernunft, ob das überhaupt realistisch sein könnte: Was mache ich mit meinem sechs Monate alten Sohn? Kann ich diesen Job mit der Familie vereinbaren? Und ich verwarf den Gedanken.

Der Gottesdienst endete, meine Mutter hakte sich bei mir ein und wir gingen in Richtung Ausgang. Da raunte sie mir zu: „Der Job beim ERF wäre doch genau richtig für dich. Wenn du willst, nehme ich meinen Enkel. Bewirb dich doch, ich unterstütze dich sehr gerne.“ Ich staunte! Was passierte denn hier gerade? Einige Gebete später schrieb ich meine Bewerbung, schickte sie ab, durfte zum Vorstellungsgespräch kommen und wurde eingestellt. Meine Bedenken hatten sich aufgelöst in Möglichkeiten, die ich nutzen konnte. Mit der Inspiration und Hilfe meiner Mutter – natürlich auch meines Mannes – wurden die Gedanken Realität. Ohne diese Menschen wäre mein Einstieg in die Arbeit beim ERF nicht möglich gewesen.
 

Füreinander da

Meine Mutter genoss die Zeit mit meinem Sohn und die beiden hatten viel Freude aneinander. Sie unterstützte mich und uns in großartiger Weise. Sie hörte damals schon das Programm vom ERF via Satellit ASTRA. Später dann über DAB+ Radio, das Kleine mit der gelber ERF-Empfangstaste.

Das ist nun viele Jahre her. Unser Leben entwickelte sich weiter. Meine Mutter war seit geraumer Zeit pflegebedürftig und brauchte die Hilfe der nächsten Generationen. Sie konnte die aktuellen Neuerungen und die Krisen in der Welt nicht mehr wahrnehmen. Sie wusste zwar, dass es Computer und Smartphones gibt, aber das überließ sie lieber uns. Später verstand sie Vieles nicht mehr, aber sie vertraute uns. Wir waren für sie da.

Ich erinnere mich, wie ich an einem Sonntag am Bett meiner Mutter saß, und wir feierten dort den ERF Gottesdienst, der im Radio übertragen wurde. Ich weiß nicht, was genau sie noch mitbekommen hat, aber wir beteten gemeinsam, sie hörte Gottes Wort. Und ich dachte zurück an diesen einen Gottesdienst damals mit dem Jobangebot. Der Kreis hat sich geschlossen.
 

Hand in Hand – über Generationen hinweg

Mein Mann und ich haben unsere Kinder versorgt. Den Alltag in Schule, Krankheit, Berufsausbildung und vielen weiteren Lebensfragen haben wir gemeinsam erlebt. Nun sind die Kinder ihrerseits junge Erwachsene, die ihr eigenes Leben gestalten. Wird ein Rat, eine Fahrt zum Flughafen, ein Geburtstagskuchen gebraucht oder ein Grill gesucht oder was auch immer, dann sind wir füreinander da. Dafür bin ich Gott sehr dankbar.

Von der Generation meiner Mutter habe ich viel gelernt, transferierte das Wissen in die jeweilige Situation und gab es wiederum an die nächste Generation weiter. Meine Mutter schrieb auf einer Schreibmaschine. Nun sitze ich hier am Laptop und schreibe diese Zeilen. Ich bin froh über diese Errungenschaft. Erleichtert sie mir doch sehr meinen Arbeitsalltag. Bei dem Gedanken, einen Tippfehler mit der Schreibmaschine korrigieren zu müssen, läuft mir ein Schauer über den Rücken. Gott sei Lob und Dank, dass die Korrektur von Tippfehlern wesentlich einfacher ist. Aber ich bin gespannt, wie die nächste Generation in Zukunft Texte erstellen wird.

Die Unterstützung ist von einer Generation auf die andere übergegangen, immer mit dem, was ihr zur Verfügung steht. Ich weiß, dass das nicht in allen Familien oder Generationen so ist.
 

Im Austausch zusammen gewinnen

Unsere Gesellschaft gewinnt, wenn wir voneinander lernen, unser Wissen respektvoll weitergeben. Das Neue annehmen, Kindern vertrauen und ihnen etwas zutrauen. Wir sind ein Leben lang Lernende. Ich finde, dazu gehört auch, vom Glauben an Jesus Christus zu lernen, den eigenen Weg mit Jesus zu gehen, diesem neuen Weg mit ihm zu vertrauen. Und an die nächste Generation weiterzugeben und darauf zu vertrauen, dass Gott ihren Weg begleitet, wenn sie mit ihm gehen wollen.

Damit später auch meine Kinder, so wie schon einst meine Mutter und heute auch ich, mit dem Vers aus Psalm 79,13 sagen können: „Wir wollen dir für immer und ewig danken, deinen Ruhm weitertragen, von Generation zu Generation.“ 
 

 Carmen Schmidt

Carmen Schmidt

  |  Community- & Fundraising-Manager/-in

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