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© Diana Polekhina / unsplash.com

28.06.2021 / Andacht / Lesezeit: ~ 2 min

Autor: Joachim Bär

Was bringt's?

Warum Jesus mich mit einem kurzen Satz aus seiner Bergpredigt herausfordert.


„Und was bringt das jetzt?“, fragt mich meine Tochter. Wir sind an Matheaufgaben. Bruchrechnen. Ich versuche ihr beizubringen, dass es sinnvoll ist, erst große Zahlen zu kürzen, bevor sie zu einem gemischten Bruch wechselt und nicht umgekehrt.

„Und was bringt das jetzt?“ Die Frage hallt in mir nach. Ich denke, man kann sie auch gegenüber dem christlichen Glauben stellen. Ich glaube, Jesus selbst kam es darauf an, dass das Ganze etwas bringt. Dass der Glaube an ihn Menschen frei macht. Dass Christen Unrecht bekämpfen. Für Gerechtigkeit einstehen. Christen sollten mit Gottes Hilfe die Welt um sie herum zu einem besseren Ort machen.

Im Matthäusevangelium, am Anfang seiner bekannten Bergpredigt, drückt Jesus das so aus: „Ihr seid das Salz der Erde“ (Matthäus 5,13). Das bedeutet erst einmal: Jesus-Nachfolger sollten einen Unterschied machen, in Verbindung mit Jesus etwas bewirken.

Wie diese bildliche Sprache genau zu verstehen ist, darüber gibt es viele Sichtweisen. Sie lassen sich wohl in mindestens in drei Grundideen einteilen:

Erstens: Das Salz konserviert oder macht fruchtbar. Salz war zur damaligen Zeit immens wichtig, um Lebensmittel haltbar zu machen. Und heute ist uns klar, dass ohne bestimmte Nährstoffe im Boden Pflanzen nicht gut gedeihen – auch wenn zu viel Salz einem Boden wiederum schadet. Der Auftrag und die Zusage an Jesus-Nachfolger lauten hier: Ihr haltet diese Welt lebendig, ihr sorgt mit dafür, dass Gott noch viele Menschen für seine frohe Botschaft gewinnen kann.

Zweitens gibt es die Idee, dass das Salz sich in der Welt auflösen soll und ihr Geschmack gibt. Diese Welt soll durch Jesus-Nachfolger zu einem Ort werden, der zufrieden macht. Der gut ist, schmackhaft ist. Christen geben dem Ganzen die notwendige Würze!

Drittens gibt es den Gedanken der Reinigung oder der Läuterung. Eine kleine Geschichte aus dem 2. Buch der Könige könnte darauf hinweisen, in der der Prophet Elisa eine Quelle mit Salz reinigt (2. Könige 2,19-22). Ebenso der Gebrauch von Salz bei den alttestamentlichen Speiseopfern (3. Mose 2,13) Auch hier schwingt mit, dass Jesus-Nachfolger dieser Welt etwas Gutes tun, etwas zum Guten verändern.

Vielleicht ist es am besten, man verliert sich nicht in den Details. Klar ist: Die Welt braucht Salz! Und wo es am richtigen Platz und in der richtigen Weise zur Anwendung kommt, passiert etwas Gutes. Es ist also sinnvoll, all die genannten Bedeutungen mitschwingen zu lassen und festzuhalten:

Jesus-Nachfolger sollten diese Welt bereichern, ihr nutzen, etwas zum Guten verändern. Wenn der Glaube an und mit Jesus ohne Auswirkungen bleibt, immer schön geordnet, harmlos, ohne Kontur, ja, geschmacklos, ist er nicht viel wert. Er bringt nichts.

 

Meine Tochter hat mittlerweile verstanden, was es bringt. Also das mit dem Kürzen. Die Aussage von Jesus hallt weiter in mir nach. Ich habe das Gefühl, es ist Stoff für Generationen, gutes Salz für diese Erde zu sein. Und ich stelle mich der Frage: Wem bringt mein Glaube heute etwas? Ich will mich von Gott auf jeden Fall gebrauchen lassen.

 Joachim Bär

Joachim Bär

  |  Gesamtredaktionsleiter

Koordiniert die übergreifenden Themen der redaktionellen Angebote des ERF. Er ist Theologe und Redakteur, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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