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© Markus Spiske / unsplash.com

27.06.2022 / Andacht / Lesezeit: ~ 3 min

Autor/-in: Sandra Meier

Saft und kraftlos – muss das so bleiben?

Es gibt Zeiten in unserem Leben, in denen wir uns kraftlos und ausgelaugt fühlen.


Ausgetrocknet

Vor einigen Wochen hatte ich vergessen, den Obstkorb in der Küche vor meinem Urlaub zu entleeren. Nach zwei Wochen dahinvegetieren der Früchte, sahen diese wirklich nicht mehr genießbar aus. Es war nur noch ein Häuflein Dörrobst übriggeblieben, ohne Saft und Kraft. Ich entschied mich, ihnen den Gnadenstoß zu geben und übergab sie dem Biomüll. Dieser sollte sich dann um alles weitere kümmern.

Es gibt Tage im Leben, da fühle ich mich genau so wie das verschrumpelte und vergessene Obst in meiner Küche. Ausgetrocknet und ohne frischen Saft. Die Lebensreserven sind aufgebraucht. Es fällt mir schwer, noch Freude, Liebe und geschweige denn Geduld sich selbst und anderen Mitmenschen entgegenzubringen.

In diesen Zeiten  versuche ich dann, aus eigener Kraft weiterzumachen. Ich kratze die letzten Reserven zusammen, um geduldig und liebevoll dem Nächsten gegenüber zu sein. Und um wieder Freude statt Mutlosigkeit zu empfinden. Manchmal ist dieses auch kurzfristig möglich, aber dann wird es wieder anstrengend und kräftezehrend.

Jesus zeigt uns in der Bibel einen Weg auf, wie wir mit diesen Zeiten umgehen können.

Im Johannesevangelium, Kapitel 15, Vers 5 steht:

Ich bin der Weinstock ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.

 

Saft schafft Kraft

Jesus wählt hier das Bild des Weinstocks und der Rebe, um uns zu verdeutlichen, dass er die Kraftquelle ist und wir durch die Verbundenheit mit ihm, Frucht bringen können. Denn wenn die Reben mit dem Weinstock verbunden sind, werden sie versorgt mit allem, was sie zum Leben benötigen. 

Das ist doch ungemein entlastend, oder nicht? Wenn wir also verbunden mit Christus bleiben und uns nach seiner Liebe und Gnade ausrichten, wächst in uns das heran, was wir zum Leben brauchen. Die Fähigkeit anderen Mitmenschen zu vergeben oder Widerstandskraft, um schwierige Zeiten im Leben zu bewältigen.

Und Jesus befreit uns von toten und nutzlosen Ästen und Zweigen. Durch ihn erwächst neues Leben in uns. 

Meine Feststellung ist, dass wir es oft genau andersherum machen. Wir versuchen aus eigener Kraft, Frucht in unserem Leben zu erwirken. Wir mühen uns ab und sind frustriert, und fühlen uns dann vielleicht sogar schuldig, weil wir wieder versagt haben.

Christus ermutigt uns hier, mit ihm in Verbindung zu treten und in seiner bedingungslosen Liebe zu bleiben. Aus dieser Verbindung können wir ein kraftvolles und fruchtbares Leben führen. Frucht bringen bedeutet nicht, Leistung erbringen zu müssen. Sondern der Heilige Geist wird es zu seiner Zeit durch uns bewirken. Wir sind nur die Reben, die das Vorrecht haben, diese Früchte zu tragen.
 

Frucht, die wachsen darf

Ein junger Weinstock bringt aber auch nicht von heute auf morgen Ernte ein. Der gepflanzte Weinstock benötigt viel Pflege und der erste Ertrag stellt sich meistens erst im dritten Jahr ein.

Hier darf ich also Geduld mit mir haben, wenn nicht gleich die erwarteten Früchte in meinem Leben sichtbar werden. Es ist und bleibt ein lebenslanger Wachstumsprozess in unserem geistlichen Leben. In der Verbundenheit mit Christus lerne ich immer mehr, sein Wesen und seinen Willen für mich zu erkennen und kann hier täglich wachsen.

Vielleicht gibt es Zeiten, in denen ich die Verbundenheit mit ihm verliere. Seine Gegenwart auch nicht mehr spüren kann. Hier darf ich darauf vertrauen, dass Christus trotzdem immer bei mir ist und bleibt. Dieses hat er im Matthäusevangelium, Kapitel 28, Vers 20b mir zugesagt: „Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“

Und dann kann ich mich immer wieder neu nach ihm ausrichten. Neu starten und mich überraschen lassen, was Christus durch mich bewirken möchte. 

Christus ist unsere Kraftquelle. Heute möchte ich meinen Blick auf den wahren Weinstock ausrichten und seine Kraft für mein Leben empfangen.                                                                                                                                                                                                                                  

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