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20.09.2018 / Porträt / Lesezeit: ~ 5 min

Autor/-in: Timo König

„Glaube an Schöpfung fand ich primitiv"

Fossilienforscher Dr. Günter Bechly wollte Schöpfungsgläubige mit Fakten bekämpfen.

Wofür Menschen früher religiöse Erklärungen brauchten, gibt es heute wissenschaftliche Antworten. So dachte Dr. Günter Bechly und wollte die Befürworter göttlicher Schöpfung durch wissenschaftliche Fakten bloßstellen. Doch die Fakten selbst machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

 

„Augenblick, Lukas, was machen wir vor dem Essen?“ Der kleine Lukas zieht die Gabel aus den Nudeln und schaut etwas betroffen auf die Tischdecke. Nach kurzem Überlegen fällt ihm schlagartig ein: „Beten!“ Sein sonst eigentlich nicht streng wirkender Vater ist der Paläontologe und Insektenforscher Dr. Günter Bechly. „Für mich selbst fühlt es sich manchmal immer noch ungewohnt an, zu beten. Deswegen möchte ich, dass meine Kinder es gleich von klein auf lernen“, erklärt er.

Manchmal wirkt es, als würde Dr. Bechly – ganz der Wissenschaftler – sich selbst beobachten und erstaunliche Dinge feststellen. „Ich habe zum Beispiel gemerkt, dass sich mein Verhalten im Straßenverkehr verändert hat seit ich Christ bin. Früher bin gefahren wie eine besengte Sau. Heute versuche ich mich an die Regeln zu halten“, erklärt der Forscher mit typischen Schalk. Bis vor kurzer Zeit war Günter Bechly der Überzeugung: Religion ist nur ein Überbleibsel unserer primitiven Vorfahren, die sich durch Wundergeschichten die Welt zu erklären suchten. Charles Darwin habe gezeigt, dass wir keinen Gott brauchen, um die Entstehung des Lebens zu verstehen.
 

Gläubige Menschen hielt er für ungebildete Trottel