Ein Kommentar von Udo Vach, veröffentlicht am 22. Februar 2011 im Nachrichtenmagazin Idea (Heft Nr.8):
Schon Goethe hat sinngemäß gesagt, dass er keine Spinne sei, die alle Gedankenfäden neu erfinden würde. Der von mir sehr geschätzte Homiletikprofessor Rudolf Bohren empfahl sogar Verkündigern geistigen Diebstahl. Doch dabei hat er sicher nicht an solche Fälle wie diesen gedacht: Ein bekannter Evangelist hält im ERF einen längeren Vortrag. Anschließend kann der Autor eines Buches nachweisen, dass dieser Gottesmann die Rede fast wortwörtlich aus seinem Werk abgeschrieben hat. Oder ich sitze unter einer Kanzel und höre zu meiner Überraschung ein von mir selbst erdachtes Beispiel. Internet macht´s möglich.
Ich habe nichts dagegen, wenn einer meine Gedanken weitergibt. Auch ich habe sie ja höchstwahrscheinlich nicht als erster gedacht. Aber wenn einer längere Passagen oder sogar ganze Predigten von anderen übernimmt, muss er das fremde Gedankengut kenntlich machen. Darüber hinaus merken gebildete Predigthörer sehr bald, ob die gehörte Predigt dem Denkvermögen ihres Pastor entspricht. Manch einer kann die geklauten Geistesblitze noch nicht einmal richtig zur Sprache bringen. Die Predigt muss eben zum Prediger passen. Dagegen ist es doch nicht schlimm, wenn ich sage, dass ich den guten Gedanken oder die wunderbare Geschichte einem anderen verdanke.
Dieses Votum bezieht sich nur auf die handwerkliche Arbeit. Eine ganz andere Frage ist, was der göttliche Auftraggeber davon hält und ob ihm da nicht eines seiner Gebote einfällt (2.Mose 20,15), bei aller Barmherzigkeit, die er mit unseren Predigten haben muss und auch hat.
Deine Meinung zählt!
Was hat dich inspiriert, berührt oder zum Nachdenken gebracht?
Kommentare (23)
Unser Pastor gibt die Quellen an z.B. Tim Keller oder sagt diese Predigt ist von Soundso. Damit schmueckt er sich nicht selber und in Demut gibt dem Schoepfer die Ehre.
Bei Liedern die in der … mehrGemeinde benutzt werden (ausser den alten Glaubensliedern!) fuehrt unsere Gemeinde einen bestimmten Betrag an den Verlag, Publististen o.ae. Hier laest sich der Schoepfer fuer seine Schoepfung bezahlen.
Wenn Verkünder ähnliche Ereignisse erzählen in Verbindung mit ihrem Thema, ist es in Ordnung, denn viele Beispiele passen auf mehrere Themen. Somit können die gleichen Geschichten mehrmals genutzt werden, ohne eine unerlaubte Kopie zu sein.
Es ist für mich immer eine große Freude, wenn Gedanken von mir im Internet auftauchen. Daran sehe ich, dass ich gar nicht so schlecht predigten kann.
Wer noch nie einen fremden Gedanken
übernommen hat, der möge den ersten
Stein werfen!
Es wäre schade, wenn wir unter Christen genauso eitel und gesetzlich mit sogenanntem "geistigem Eigentum" umgehen … mehrwürden wie unsere Umgebung. Ich glaube, wir können uns eine Scheibe von der Open-Source-Bewegung abschneiden. Unsere Quelle, unsere Nachricht ist gut und will weitergesagt werden!
Es ist für den, der predigt, der größte Gewinn, sich intensiv mit dem Bibeltext zu befassen.
Dadurch gibt man Gott ja die Gelegenheit, direkt zu reden - und dadurch ja dann auch zu anderen.
Was ist … mehrnun mit den Prädikanten? (wir haben Vorlagen, an die wir uns halten sollen, aber frei sind sie zu bearbeiten) Sollen wir in jedem Gottesdienst auf den Autor hinweisen?
Es mag Ausnahmen geben, wo jemand auf eine vorgefertigte Predigt zurückgreift (eine schon einmal gehaltene - oder auch aus dem Internet): wenn plötzlich ein Prediger krank wird o.ä.
Ansonsten bin ich dagegen, fremde Predigten
zu halten.
Aber einzelne Gedanken - mit Angaben des Autors - zu übernehmen, hätte ich keine Probleme.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, gute Gedanken aus anderen Predigten zu übernehmen und hätte auch nichts dagegen, wenn sich jemand aus meinen Gedanken bedienen würde. Es wäre doch schade um das … mehrWort und es würde den Vortrag erheblich stören, wenn man jedesmal auf die Quelle aufmerksam machen würde. Letztlich ist die Urquelle ja doch die Bibel und Jesus Christus (sollte es jedenfalls sein).
Eine über ein paar Gedanken hinausgehende Passage aus einem fremden Machwerk würde ich aber auch nicht ungefiltert verwenden, schließlich will ich ja kein Vorleser sein und die Gedanken müssen sich auch nahtlos in die restliche Predigt einfügen.
Ich finde, daß der Begriff "geistiges Eigentum" in der christlichen Verkündigung schlicht und einfach nichts zu suchen hat. Statt 2. Mose 20,15 paßt viel eher Matth. 10,8b: Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch.
Ein etwas anderes Thema, bei dem ich froh bin, wenn meine bzw. die von Gott geschenkten Gedanken abgeschaut und nachgemacht werden. Hier ein Tipp für Schaukastengestalter: Au der Webseite der LKG Burgdorf (Schaukasten) findet man eine große Auswahl. Bitte bedient euch - zur Ehre Gottes!
Hier eine kleine Anekdote. Ein Vikar wusste nicht, was er predigen sollte und nahm eine Predigt eines anderen Pfarrers. Dieser saß zufällig im Gottesdienst. Am Ausgang verabschiedete er sich vom Vikar mit den Worten: "Sie haben eine sehr gute Predigt gahalten! Hätte glatt von mir sein können."
Weisheit kann nur Gott geben, deshalb kann eine Predigt nur durch den Heiligen Geist gegeben werden. Ihn muss man um Erlaubnis fragen, ob die Predigt kopiert werden darf.
Grundsätzlich gilt:
1. … mehrKor. 10,31: Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.
Eph. 4,29: Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.
Es geht bei Freiherr zu Guttenberg bei seinem Abschreiben aber um persönlichen Vorteil - sein Doktor wurde auf Kosten anderer bzw. mit Hilfe anderer für sich selbst zum Vorteil verwendet. Bei einer … mehrPredigt ist das Ziel, Gott zu verherrlichen und Gottes Wort an die Menschen weiterzugeben und nicht zum eigenen Vorteil. Man sollte auf den Unterschied achten. Wenn ich durch das Lesen von Bibelkommentaren oder Predigten anderer Autoren neue Gedanken für eine eigene Predigt bekommen habe, so kann ich doch nicht jeden neu erkannten Gedanken als von dem und dem und aus dem und dem Buch gewonnen kenntlich machen.
Im übrigen halte ich es für genau richtig, dass die Hörer der Predigt schnell herausfinden, ob die Predigt dem Denkvermögen ihres Pastors entspricht. Ich kann keine Predigt weitergeben, die ich selbst nicht inhaltlich verstanden habe.
Ich selbst predige nicht. Doch ich erzähle Vieles aus meinem sehr bewegten Leben und was ich dazu denke. Auch was ich daraus gelernt habe und wie ich mit Gottes Hilfe dies verarbeitet habe. Zu meiner … mehrgrößten Enttäuschung kamen dann in Predigten genau meine Worte, Zeugnisse oder Gleichnisse vor. Wie kann das sein, wenn doch eine Predigt vom heiligen Geist gegeben sein sollte? Nach einiger Zeit des Grübelns und Betens wurde mir aber folgendes ganz klar:
Erstens lasse ich mich ja auch bei meiner Arbeit mit Menschen von Worten aus einer Predigt oder aus Schriften beeinflussen, da ich mit ihnen reife.
Zweitens kann ich doch nur stolz sein, wenn meine Worte im Verbund mit dem Wort weiter verkündet werden! Somit schließe ich mich Andreas hier an!
Wenn ich mal von der Bibellese (also mit Benennung der Quelle aus dem Testament) absehe, so ist doch Alles entweder vom heiligen Geist oder aus dem Wort Gottes. Sollten jetzt Paulus, Jesaja oder Lukas sauer sein?
Der Ursprung aller Worte in Gottes Namen kommen doch von Gott! Ob es gegeben wurde oder durch liebt oder durch litten wurde! Und dieser Urheber ist durch Jesus Christus sicherlich nicht sauer, wenn wir von seinem Werken in und an uns berichten! Von wegen Diebstahl, nein, es ist ein Reifeprozess!
Wir Menschen sind doch für Gemeinschaft und gegenseitige Ergänzung ausgelegt. Wir reden doch hier nicht von „weltlichem“ Gedankengut. Wenn ich fremde Worte lese, ich sie durchlebe und sie mich mitreißen, ja ergänzen, so kann ich sie auch durch aus weitergeben. Falls ich sie nur einfach so vorlese, so werden meine Zuhörer bald ausbleiben. Punkt.
Ich sehe das ähnlich, wie im Artikel beschrieben. Persönlich würde ich es als ärgerlich empfinden, wenn eigene Artikel ohne Angabe veröffentlicht werden würde oder was manchmal noch fataler ist, einzelne Passagen zitiert würden, die aus dem Zusammenhang gerissen missverständlich rüberkommen könnte
Ich möchte hiermit jedem erlauben, alle meine Gedanken, die ich selbst erfunden oder durch den Heiligen Gesit geschenkt bekommen habe, auch ohne Zitierung zu verwenden, wenn es seinem Thema und der Verkündigung von Gottes Wort gilt !
ich hörte vor einiger zeit in einer gemeinde eine sehr gute predigt, die mich sogar angesprochen hat und entscheidungshilfe in einem momentanen persönlichen prozess war. während der predigt gab es … mehrnicht einen hauch eines hinweises auf den wirklichen ideengeber. hinterher frug ich den betreffenden mal nach dem manuskript und dabei erwähnte er auch den ursprünglichen prediger. im internet fand ich dann bei dem ORIGINAL diesselbe predigt! wort für wort! da ich das zum ersten mal erlebte, war ich ziemlich empört und sprach meinen bekannten deswegen an. naja, der sah das ganz anders. wenn er mit dem thema innerlich übereinstimmt und identifiziert, dann sähe er kein problem darin. ich fand es einfach unredlich...
weiter: wir alle sind ja in unserem geistlichen verständnis geprägt von dem, was wir hören und lesen - und am ende resultiert unsere überzeugung aus einer vielzahl von informationen der: eltern, lehrer, kollegen, freunde, pastoren, mitgeschwistern im glauben, autoren, der bibel natürlich auch:-). und sicher äussert man manchmal gedanken, die eigentlich von herrn X oder frau Y stammen. da sehe ich kein problem drin.
und noch: bei einem seminar ging es auch um urheberrechte. der referent meinte dann dazu, dass es nirgendwo soviel geistigen diebstahl gäbe wie bei den frommen.
ich denke, wir sollten gerade als christen da ziemlich genau und ehrlich sein, woher wir etwas haben. vielleicht gelingt das nicht bei jedem zitat, aber bei längeren abschnitten sollte es schon so sein.
ich bin auch der Meinung, dass man die Quelle dann angeben muss - sonst ist es m. E. "geistiger Diebstahl" oder zumindest ein "Schmücken mit fremden Federn" - so haben wir es jedenfalls auch auf dem … mehrSeminar gelernt. Als aufmerksamer Hörer merkt man doch auch, was der Prediger selbst durchdacht, erlebt und verkündigt hat und was er aus andern Quellen hat. Es fällt einem Prediger doch keine "Zacke aus der Krone", wenn er die Quelle angibt. Das hilft vielmehr zu seiner Glaubwürdigkeit.
Ein bekannter Prediger sagte mir einmal, auf das Zitat des (wohlgemerkt: Katholischen) Papstes angesprochen: Auch gute Prediger können nicht immer das Rad neu erfinden.
Seid auch da barmherzig!!
Herzlichen Gruß
Werner
Eine Prdigt die im Internet steht kann ich doch verwenden sie ist ja öffentlich ohne dass ich den Autor bekannt gebe.
Oft decken sich die Formulierungen mit meinen Gedanken und kann für mich eine … mehrHilfe sein meine Predigt
in gute Worte zu fassen.
Zitate von bekannten Persönlichkeiten sollte man nennen, z.B. Luther o.a.
Jesus Christus sagt: Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und aller Diener.
Adolf Sommerauer schrieb vor vielen Jahren als Herausgeber einer Fachzeitschrift (Pastoralblätter?) zum "Abschreiben" einer Predigt sinngemäß: Eine gute Predigt ist ohnehin vom Heiligen Geist. (Eine schlechte schreibt man nicht ab.)
Mir reicht oft wenn ich die Predigten anderer Lese und den Geist dieser Predigten auf mich wirken lasse. Dann ergibt sich wie von der Hand des Hl. Geistes eine ganz eigene Predigt, die zu mir als … mehrPrediger passt. Das braucht etwas Zeit und Muse jedoch das Ergebnis, wenn auch nicht retorisch ausgefeilt, entspricht dem Prediger und ist dann echt.
In einer Rede (oder auch Predigt) "fast wörtlich" aus einem Buch zu zitieren (ohne Quelle), das würde ich auch nicht tun oder für gut heißen.
Andererseits, wenn jemand publizierte Gedanken so … mehrwertvoll findet, dass er sie in einer Predigt verwendet, ist das auch ein Kompliment und eine Art der Weiterverbreitung. Ich habe das in der Praxis dann schon so gelöst, dass ich am Anfang der Predigt erwähnt habe, wesentliche Gedanken von xyz übernommen zu haben / bei xyz gefunden zu haben.
Der Anspruch an eine Predigt ist für mich die Auslegung des Wortes Gottes und nicht "korrektes Zitieren", und wenn jemand eine gute Auslegung publiziert und ich diese unter Gebet für verbreitenswert halte, dann ist das für mich in Ordnung.
In der Regel finde ich in verschiedenen Quellen Gedanken, die ich übernehme / adaptiere, vielleicht verknüpfe oder gegen die ich mich unter Umständen auch positioniere.
Ohne „Diebstahl“ das Wort reden zu wollen, eine Predigt unterliegt (noch dazu als das gesprochene Wort) nicht den Regeln einer Diplomarbeit / Dissertation.
WENN MAN EIN BIBL. THEMA ERARBEIET, DANN KANN MAN DAVON AUSGEHEN, DASS DER HEILIGE GEIST- DER UNSER INNERSTES KENNT, SAMT UNSEREN ERFAHRUNGEN MIT GOTT-, DASS ER UNS IN ALLE WAHRHEIT FÜHREN WIRD UND … mehrDAS BETRIFFT AUCH GUTE GEDANKEN UND IMPULSE.
ALLERDINGS HABE ICH MANCHMAL GEDANKEN UND AUSARBEITUNGEN ANDERER MITBENUTZT, DA ES IMMER NOCH MENSCHEN GIBT DIE MEHR WISSEN ALS ICH ODER AUF MANCHEN GEBIETEN MEHR ERFAHRUNG GESAMMELT HABEN.
ICH KÄME MIR KOMISCH VOR, WENN ICH DIE QUELLEN MEINER "WEISHEIT" NICHT NENNEN WÜRDE
WAS ZU GUTTENBERG BETRIFFT :
VIELLEICHT HAT ER DIE FUßNOTEN IN SEINER DISSERTATION WIRKLICH VERSCHLAMPT, AUS DEN GRÜNDEN, DIE ER SELBST NANNTE.
EIN MANN SOLCHEN FORMATS IST KEIN BETRÜGER, so denke ich.
Gottes Gedanken kann man nicht stehlen. Ein vom heiligen Geist geleiteter Prediger sagt die Gedanken die ihm Gott gegeben hat. Wenn man diese Gedanken Gottes durch die Predigt ausgesprochen oder … mehrausgedruckt woanders weiter verwendet dann ist das ein Weiterleiten der Gedanken Gottes, und das kann nie Diebstahl sein.