Hast du heute schon gelächelt? Und wenn ja, wie oft? Und bist du großzügig mit freundlichen Worten und Gesten oder eher nicht? Ich selbst vergesse manchmal, wie wichtig Freundlichkeit ist.
Ich bin kein unfreundlicher Mensch, aber hin und wieder zu beschäftigt dafür. Da begrüßt mich ein Kollege und ohne aufzuschauen grüße ich zurück, weil ich gerade eine Mail schreibe. Oder die Verkäuferin wünscht mir einen „Guten Tag“, aber ich merke es nicht, da ich in Gedanken schon im nächsten Geschäft bin.
Sicherlich passiert das jedem mal. Genau damit könnte ich dieses Verhalten wunderbar erklären und entschuldigen. Aber ich bin überzeugt:
Ich mache es mir zu einfach, wenn ich mir Freundlichkeit nur leiste, wenn ich Zeit dazu habe.
Denn ob ich freundlich bin oder nicht, macht für mein Gegenüber eventuell einen riesigen Unterschied. Wieso ich das glaube? Weil ich es selbst erlebt habe.
Freundlichkeit macht gesund
Vor einiger Zeit musste ich wegen einer Operation mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Dort spürte ich am eigenen Leib, wie viel es ausmacht, ob ein Pfleger sich Zeit für ein Lächeln nimmt oder nicht. Eine Krankenschwester strahlte besonders viel Freundlichkeit und Mitgefühl. Dadurch fühlte ich mich bei ihr nicht nur wohler, ich hielt sie unterbewusst sogar für kompetenter. Einfach, weil sie mir das Gefühl gab, verstanden zu werden.
Auch die Bibel legt viel Wert auf Freundlichkeit. In Galater 5,22 wird Freundlichkeit als Frucht des Heiligen Geistes bezeichnet und in Sprüche 5,30 steht sogar: „Ein freundlicher Blick erfreut das Herz; eine gute Nachricht stärkt die Gesundheit“.
Laut der Bibel ist Freundlichkeit also etwas, was nicht nur seelisch aufbaut, sondern auch körperlich neue Kraft schenkt.
Auch das merkte ich während meiner Krankheit. Die Zuwendung, die ich von meiner Familie und meinem Mann erhielt, trug gefühlt ebenso stark zur Heilung bei wie die Medikamente, die mir die Ärzte verschrieben.
Zeit für ein Lächeln ist immer
Fakt ist also: Freundlichkeit ist lebensnotwendig für uns Menschen. Menschen, die nur selten freundliche Worte hören, neigen eher zu psychischen Problemen und werden schneller krank. Daher verwundert es nicht, dass in vielen Psalmen die Verfasser, Gott ganz bewusst bitten, ihnen freundlich zu begegnen (vgl. Psalm 90,17).
Doch diese Freundlichkeit, die wir uns von Gott und unseren Mitmenschen wünschen, ist keine Einbahnstraße. In Philipper 4,5 fordert Paulus die Gemeinde in Philippi auf: „Lasst alle sehen, dass ihr herzlich und freundlich seid“. Diese Aufforderung gilt auch mir – und das egal, ob ich gerade Zeit dazu habe oder nicht.
Denn mal ehrlich: Es braucht nur wenige Sekunden, um der Kassiererin beim Bezahlen einen schönen Tag zu wünschen. Dadurch gerät mein Zeitplan nicht durcheinander. Ich kann also großzügig mit meinem Lächeln sein.
Vielleicht werde ich für meine Freundlichkeit sogar belohnt, indem ich in den dankbaren Augen meines Gegenübers sehe, wie sehr er auf ein bisschen Herzlichkeit gewartet hat. Spätestens dann weiß ich wieder:
Freundlichkeit ist ein Geschenk und verleiht neue Kraft.
Ihr Kommentar
Kommentare (6)
Freundlichkeiten in jedweder Form sind nie verkehrt. Auch Smalltalk z.B. an der Bushaltestelle. Für manche Menschen (vor allem alte und alleinstehende) ist dies vielleicht die einzige Ansprache an … mehreinem Tag.
Aber Lächeln & Co. sollte echt sein und von Herzen kommen. Verzwungenes Lächeln merkt mein Gegenüber und es bewirkt dann vielleicht sogar das Gegenteil oder es wirkt verletzend.
Liebe Rebecca Schneebeli, danke für diese Andacht. Mir fiel dazu folgendes ein: Um direkt Freundlichkeit umzusetzen, ist es gut, bewusst im Hier und Jetzt zu sein. Dann klappt es viel besser. Mir … mehrfällt es auch immer leichter, anderen Menschen freundlich gegenüber zu treten, seitdem ich Christin bin.
Neulich war ich ebenfalls im Krankenhaus. Die meisten Pfleger/innen waren sehr freundlich, um mir Zuversicht zu geben. Jedoch eine Mitarbeiterin, die Stationssekretärin, war sehr unfreundlich. Sie hat mich nicht mal angeschaut und mir "Alles Gute" gewünscht, als ich entlassen wurde. Zunächst sehr ärgerlich für mich. Doch im Nachhinein sehe ich das anders. Diese Frau hat sich immer sehr schick und auffällig angezogen, ihre Haare super gestylt, aber ihr Gesicht sah verbittert aus. Also denke ich mir jetzt, wer weiß, was sie in ihrem Leben durchgemacht hat. Schließlich habe ich sie nur 3 Mal kurz gesehen. Ich kann ihr verzeihen, wenn ich daran denke, wie der Himmlische Vater und Jesus uns verzeihen.
In diesem Sinne eine schöne Woche
Angelika
Ja das stimmt. Man fühlt sich wohler und Dankbarkeit kommt zurück.
Danke für die Erinnerung!
Super Ulrike S. so sehe ich das auch. Das Lächeln begleitet mich immer durch mein Leben und ich bereue bis heute kein einziges Lächeln in meinem Leben ;-) Die meisten Menschen lassen sich anstecken … mehrund sind auch freundlicher als wenn man sie brummig ansprechen würde ;-) Lächeln ist aber nicht selbstverständlich. Ich habe bei mir meine Mutter 77 Jahre und das sage ich ihr auch jeden Tag auf`s Neue, lache bitte ;-)
Super Anmerkung! ... Und man kann Gott (den Heiligen Geist) darum bitten, dass ER einen in Situationen schickt, in denen man "üben" und erfahren kann, wie wohltuend es ist, dankbar und freundlich zu … mehrsein. Man könnte es ja mal auch nur an einem einzigen Tag versuchen. Ich mache das manchmal in meiner Firma, indem ich schon früh jedem ein herzliches "Guten Morgen" wünsche und dazu lächle. Ich zähle dann sogar innerlich mit und will mich selbst am nächsten Tag noch toppen und bis abends - hoffentlich - weiterhin freundlich bleiben meinen Mitmenschen gegenüber.