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© William Carlson / unsplash.com

30.08.2021 / Andacht / Lesezeit: ~ 4 min

Autor: Katrin Faludi

Spurensicherung

Alles, was wir tun, kommt irgendwann ans Licht. Ein Grund zur Sorge?

Es gibt Menschen, die dafür bezahlt werden, die Wohnungen andere Leute zu reinigen. Und es gibt welche, die dafür bezahlt werden, Wohnungen dreckig zu machen: Spurensicherer der Kriminalpolizei. Nach Einbrüchen rücken sie mit allerhand Gerät an, darunter Rußtopf und Pinsel. Der Ruß haftet an den Fettrückständen, aus denen Fingerabdrücke bestehen, und macht sie so sichtbar. Auf glatten Oberflächen wie Fensterrahmen, Türen oder Schränken funktioniert das sehr gut. Bei rauen oder saugenden Untergründen wie Stoff oder Papier kommt das Rußpulver jedoch an seine Grenzen.

Geldscheine etwa geben die Fingerabdrücke, die ihnen anhaften, mithilfe von Ruß nicht preis. Hierfür müssen Kriminalisten andere Verfahren anwenden. So tauchen sie den Geldschein beispielsweise in eine Chemikalie und lassen diese mehrere Stunden lang bei einer bestimmten Temperatur in einem Klimaschrank einwirken. Danach wird der Schein mit Grünlicht bestrahlt. Mit einer speziellen Brille ist es nun möglich, die Fingerspuren zu sehen. Diese und noch mehr Tricks mit Grün- oder UV-Licht kommen bei der Spurensicherung und -auswertung zum Einsatz. Denn viele Dinge, die für das menschliche Auge am Tatort unsichtbar bleiben, können mit diesen Speziallichtern entdeckt werden.

Ein Licht, das jedes Spektrum sprengt

Als Mensch neige ich dazu, meine Wahrnehmung für die volle Bandbreite der Realität zu halten. Doch meine Wahrnehmung ist begrenzt. Es gibt Lichtspektren, die ich weder sehen noch mir überhaupt vorstellen kann. Den Infraschall, mit dem Elefanten und Giraffen kommunizieren, kann ich nicht hören, genauso wenig wie den Ultraschall, den Fledermäuse bei der Jagd anwenden. Für das Magnetfeld der Erde, an dem sich Vögel und andere Tiere orientieren, habe ich keinen bewussten Sinn. Das alles ist Realität, die außerhalb meiner Wahrnehmung liegt. Nur indirekt, etwa durch Messungen, erfahre ich von ihrer Wirkung.

„Alles wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird“ (Eph 5,13), schreibt der Apostel Paulus in der Bibel. Auch er spricht von einem Phänomen, das sich unserer begrenzten Wahrnehmung entzieht. Das Licht, das er erwähnt, sprengt selbst die wissenschaftlich messbaren Lichtspektren. Dieses Licht durchdringt alles. Sogar die innersten Gedanken und Absichten eines Menschen. Gott, der dieses Licht aussendet, bewegt sich außerhalb des Rahmens des Messbaren. Er ist buchstäblich unermesslich. Während er für uns verborgen bleibt, können wir nichts vor ihm verbergen.

Alles kommt irgendwann ans Licht

Manche Verbrecher sorgen vor. Sie bemühen sich, keinerlei Spuren zu hinterlassen, indem sie etwa Handschuhe tragen. Andere hinterlassen zwar Fingerspuren, aber diese sind in keiner Datenbank zu finden oder nicht auswertbar. Für Kriminalisten wird es dann knifflig. Viele Verbrechen können nicht aufgeklärt werden, weil die Spurenlage nicht ausreicht.

„Schlimmes steht denen bevor, die versuchen, ihre Pläne tief im Verborgenen vor dem Herrn zu verstecken, deren Treiben im Dunkeln geschieht und die sagen: »Wer sieht und erkennt uns schon?“ (Jesaja 29,15 )

Es ist möglich, sich der menschlichen Gerichtbarkeit zu entziehen. Vor Gott aber geht das nicht. Wo ich mit bloßem Auge keine Fingerabdrücke sehe, schaltet Gott sein Speziallicht ein und macht alles sichtbar. Sogar das, was ich vor mir selbst verberge. Denn in meinem Innern lege ich mitunter sogar Spuren, die ich gar nicht bemerke. All diese Spuren kommen irgendwann ans Licht.

Es ist möglich, sich der menschlichen Gerichtbarkeit zu entziehen. Vor Gott aber geht das nicht.

Mit dieser Aussicht kann man wunderbar Angst und Schrecken verbreiten. Auch der christliche Glaube ist über Jahrhunderte hinweg zum Teil dafür missbraucht worden, Menschen Angst vor dem Gericht Gottes zu machen, an dem alles Verborgene und Böse ans Licht kommen wird. Zum Teil geschieht das auch heute noch. Das führt oft adazu, dass Menschen Angst vor Gott bekommen, der ihnen nur noch als strenger und strafender Richter erscheint.

Zur Beruhigung: Wir treten alle mal daneben. Und Vieles von dem, was wir falsch machen, wird uns selbst niemals bewusst. Es ist menschlich gar nicht möglich, alles richtig zu machen. Wenn Gott uns ein polizeiliches Führungszeugnis ausstellen müsste, stünden bei jedem Menschen reihenweise Vermerke. Sogar für Dinge, die ihm selbst nie an sich aufgefallen wären.

Sich erwischen lassen

Paulus und der Prophet Jesaja warnen nicht davor, dass Menschen überhaupt im Sinne von Gottes Gesetzen kriminell werden – denn das lässt sich nie vollständig vermeiden. Sie warnen davor, die Gesetze mit voller Absicht zu brechen, in dem Glauben, es werde nicht bemerkt. „Wer sieht und erkennt uns schon?“ Diese Menschen sind wie Einbrecher, die mutwillig Fenster und Türen aufhebeln, fremde Wohnungen durchstöbern, Wertsachen mitgehen lassen und sich denken: „Einbrüche werden so selten aufgeklärt, die erwischen mich schon nicht!“ Und die sich damit einbilden, einen Freifahrtschein für ihre Verbrechen in der Hand zu halten. Wer sich erwischen lässt, ist selber schuld! Aber das ist zu kurz gedacht.

Erwischt werden wir letztlich alle. Irgendwann kommt alles ans Licht. Vor diesem Licht braucht aber niemand Angst zu haben, wenn er jetzt schon damit Bekanntschaft macht. Jesus sagt von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt.“ Mit diesem Licht sieht er in die Seelen der Menschen hinein. Wenn ich mich von ihm sehen und erkennen lasse – mit allen guten schlechten Entscheidungen, die ich im Leben getroffen habe – finde ich bei ihm Gnade. Ich muss sie dann nur noch annehmen.

Irgendwann kommt alles ans Licht. Vor diesem Licht braucht aber niemand Angst zu haben, wenn er jetzt schon damit Bekanntschaft macht. Jesus sagt von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt.“

 Katrin Faludi

Katrin Faludi

  |  Redakteurin

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