/ Das Gespräch
Zur Sache: „Leihmutterschaft legalisieren?“
Aktuelles aus christlicher Perspektive
Kommerzialisiert Leihmutterschaft den weiblichen Körper – oder beschneidet ein Verbot das Selbstbestimmungsrecht der Frau? Ist eine befruchtete Eizelle schützenswertes Leben oder bloßes Mittel zum Zweck? Gibt es ein „Recht auf ein eigenes Kind" – oder fehlt unserer Gesellschaft die Einsicht um die menschliche Begrenztheit?
Der Fall Jens Spahn hat in Deutschland diese Debatte neu entfacht. Mit dem Embryonenschutzgesetz ist in Deutschland seit 1990 Leihmutterschaft verboten, die Inanspruchnahme einer Leihmutter im Ausland allerdings gesetzlich möglich. Schätzungen zufolge nehmen zwischen 50 und 150 Paaren in Deutschland jährlich die Dienstleistung einer Leihmutter im Ausland in Anspruch. Eine Minderheit – und doch berührt die Frage grundsätzliche ethische Themen.
Darüber spricht Regina König mit Hauptstadtkorrespondent Oliver Jeske und Markus Baum, ERF-Programmreferent. Dabei blicken sie auch auf die biblischen Berichte, die von Leihmutterschaft erzählen.
Ihr Kommentar
Kommentare (3)
Hallo, ich habe Ihren Bericht mit Interesse verfolgt. Meiner Meinung nach wurde ein Aspekt völlig außer Acht gelassen und das ist das Wohl des Kindes bei gleichgeschlechtlichen Paaren. Ich finde den … mehrGedanken unerträglich, dass ein Kind ungefragt (!) gezwungen wird, in solch einer Familienkonstellation aufzuwachsen, die in gar keinem Fall gottgewollt ist!!! Wenn Menschen sich für solch ein Lebensmodell entscheiden, ist das ihre Angelegenheit. Aber sich dann den Kinderwunsch mit Hilfe einer Leihmutter zu erfüllen, finde ich egoistisch und schlichtweg falsch. Da hätte ich mir von Ihnen sehr einen kurzen Kommentar aus christlicher Sicht gewünscht. Denn eines ist klar: sowohl die werdenden Eltern als auch die Leihmütter treffen eine freiwillige Entscheidung! Nicht so das schutzbefohlene Kind!!! Da fehlt überall eine Lobby! Dieser Gedanke macht mich traurig und treibt mich um.
Vielen Dank für das Beleuchten des Themas Leihmutterschaft, und dass die Diskussion auch sehr differenziert war. Was überhaupt nicht zur Sprache kam,
ist die medikamentöse Unterstützung der … mehrLeihmutter während der Schwangerschaft. Da die befruchtete Eizelle nicht zur Leihmutter gehört, also total fremdes "Gewebe" ist, muss man immer mit Abstoßungsreaktionen des Embryos rechnen. Deswegen muss die Leihmutter während der Schwangerschaft entsprechende Medikamente (Immunsuppressiva) einnehmen. Über diese Problematik wurde leider nicht diskutiert.
Sehr geehrtes ERF Team,
Herzlichen Dank, dass ihr aktuelle Themen bringt und zum Selber-Nachdenken anregt. In der Debatte um Jens Spahns Leihmutterschaft wird oft das Wort "Doppelmoral" benutzt. … mehr
Darf ein Politiker seine persönliche Meinung ändern, auch wenn er bisher vom Gegenteil überzeugt war und seine bisherige Position auch politisch vertreten hat? Politische oder gesellschaftliche Veränderung geschieht in Deutschland meist nur langsam, wenn überhaupt. Manchmal nicht durch Wahlen, sondern indem eine Partei sich selbst verändert bevor sie ein Land verändert. Etwa wenn Frau Merkel plötzlich und im Alleingang den Atomausstieg beschließt und ihre Partei ihr darin folgt oder wenn Herr Merz seine Position, keine neuen Schulden zu machen, als Kanzler nicht mehr halten kann. Auch Politiker müssen der Realität ins Auge sehen und ihre eigene Meinung manchmal korrigieren. Irren ist menschlich. Gegen besseres Wissen am Falschen festzuhalten, das ist Doppelmoral. Einzelne Spitzenpolitiker können ein ganzes Land verändern, besonders dann, wenn sie die politische Meinung, die sie einmal vertreten haben irgendwann überdenken und zu einem anderen Schluss kommen. Politiker sind auch nur Menschen. Dass Leihmutterschaft in Deutschland verboten, aber Prostitution völlig legal ist und damit sogar Steuern verdient werden, das grenzt meiner Meinung nach an Doppelmoral besonders weil wir uns ins Gesetz geschrieben haben die Würde des Menschen sei unantastbar.
Gottes Segen, Frieden und Freude