/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Mit Jesus gibts nicht einmal Frühstück
Mirjam Langenbach zum Bibeltext Markus 1,38
Und er sprach zu ihnen: Lasst uns anderswohin gehen, in die nächsten Orte, dass ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.
Jesus verpasst das Frühstück. Oh nein! Der Evangelist Markus berichtet von der Situation: Jesus war früh aufgestanden und hatte sich zum Beten irgendwohin zurückgezogen. Irgendwann wacht dann auch seine Begleitung auf und sucht ihn. Als sie ihn finden, machen sie so nen richtigen Mutti-Move: „Ach hier bist du, wo bleibst du denn, alle Leute fragen nach dir!“
Und Jesus antwortet: »Wir müssen auch noch in die umliegenden Ortschaften gehen, um dort die rettende Botschaft zu verkünden. Das ist meine Aufgabe.« (Markus 1,38)
Warum bekommen Simon und die anderen diese Antwort? Ich glaube, weil es ihnen nicht wirklich um Jesus ging. Sie haben ihn nicht gesucht, um mit ihm zusammen zu sein, vielleicht mitzubeten, oder ihm Fragen zu stellen zu seiner Stillen Zeit. Oder wenigstens, um ihm nen Kaffee zu bringen. Nein: Sie wollen ihn den Leuten wieder präsentieren. Ihren Rabbi, der alles kann und der alles weiß, und dessen Freunde SIE sind! Wie ein Zirkuspferd durch die Manege führen und selbst ganz groß rauskommen. Meine Vermutung.
Wozu suche ich Jesus? Um ihn Anderen zur Vorhaltung machen zu können? Um mich dank ihm moralisch überlegen zu fühlen? Um ihn vor mir herzutragen und dahin zu bugsieren, wo ich ihn gut gebrauchen kann? Oder suche ich ihn, um zu lernen und zu folgen – überallhin, um die rettende Botschaft seiner Liebe und Gnade verkünden zu können?
Ihr Kommentar