/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Halt finden
Gedanken von Ellen Hörder-Knop zur Bibelstelle Jeremia 17,7.
Gesegnet ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist.
Ich liebe Herbstspaziergänge: die klare Luft, das Rascheln der Blätter unter meinen Füßen und die bunten Farben. Da bin ich gerne unterwegs.
Doch gerade im Herbst merke ich: Alles ist in Bewegung. Blätter fallen, Farben verändern sich, Vertrautes verschwindet. Auch im Leben ist das manchmal so. Was mir gestern Sicherheit gegeben hat, gerät plötzlich ins Wanken. Und was morgen kommt? Keine Ahnung.
Da kommt mir ein Bild aus der Bibel in den Sinn: ein Baum, der am Wasser wächst. Seine Wurzeln reichen tief in die Erde. Selbst wenn sich die äußeren Bedingungen verändern, bleibt er lebendig.
Der Prophet Jeremia beschreibt damit einen Menschen, der Gott vertraut.
In Jeremia 17,7 heißt es: „Gesegnet ist der Mensch, der auf den Herrn vertraut, und dessen Hoffnung der Herr ist.“ (Einheitsübersetzung)
Ich mag dieses Bild. Denn wenn ich nicht weiß, wie es weitergeht, möchte ich am liebsten alles selbst regeln. Pläne machen, Lösungen finden, alles absichern. Hauptsache, nichts gerät aus dem Ruder!
Doch das Leben lässt sich nicht immer planen. Entscheidend ist, wo meine Wurzeln sind und worauf ich vertraue, wenn der Boden unter meinen Füßen wankt.
Für mich ist das Gott. Er bewahrt mich nicht vor jeder Schwierigkeit. Aber ich kann darauf vertrauen, dass er da ist und ich nicht alles allein schaffen muss.
Die Blätter dürfen fallen. Veränderung gehört zum Leben. Und auch wenn manches zu Ende geht, kann Neues wachsen. Ich muss nicht alles festhalten. Ich darf trotzdem hoffen.
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