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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Liebst du mich?

Gedanken von Susanne Thyroff über den Bibeltext Johannes 21,17.

Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!

Johannes 21,17

Manchmal mache ich einen Fehler und wünsche mir, ich könnte alles ungeschehen machen. Ich bin damit nicht allein und stelle fest: ich bin in prominenter Gesellschaft. Wenn ich zum Beispiel an Petrus denke, einem der engsten Vertrauten Jesu: In der Nacht, bevor Jesus hingerichtet wurde, hat Petrus dreimal behauptet, den Mann nicht zu kennen. Dann starb Jesus. Petrus hatte keine Gelegenheit mehr, sich zu entschuldigen oder etwas wiedergutzumachen.

Doch das war nicht das Ende. Jesus ist von den Toten auferstanden und Petrus begegnet ihm wieder. Johannes erzählt von dieser Begegnung. Im Mittelpunkt steht Jesu Frage:

„Hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!“ (Johannes 21,17)

Dreimal hat Petrus Jesus verleugnet. Und jetzt fragt Jesus ihn dreimal nach seiner Liebe. Jedes Mal folgt ein Auftrag: „Weide meine Schafe. Kümmere dich um meine Lämmer.“

Jesus tut also nicht so, als wäre nichts geschehen. Aber er konfrontiert Petrus nicht mit seinem Fehlverhalten. Er fragt nach seiner Liebe und überträgt ihm wieder Verantwortung.

Das heißt nicht, dass Jesus Fehlverhalten übersieht. Petrus’ Versagen bekommt nicht das letzte Wort. Seine Liebe zu Jesus wird zum Ausgangspunkt für einen neuen Auftrag.

Vielleicht ist das auch für Sie und mich wichtig: Wir machen manchmal schwere Fehler, wir versagen. Entscheidend ist: Wo Liebe zu Jesus ist, da kommen Dinge in Ordnung. Aus Schuld wird Vergebung, und aus Liebe erwächst ein Dienst für andere.

Viel später wird Petrus schreiben: „Vor allen Dingen habt untereinander beharrliche Liebe; denn Liebe deckt der Sünden Menge zu.“ (1. Petrus 4,8)

Vielleicht fragt Jesus auch mich nicht: „Warum hast du das getan?“ Sondern: „Liebst du mich?“ Und dann gibt er mir auch wieder einen Auftrag.

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