/ Das Gespräch
Deutschland - das "Bordell Europas"?
Warum Frank Heinrich sich stark macht für ein Sexkaufverbot.
Deutschland gilt als das „Bordell Europas“ und als Drehscheibe für Menschenhandel. Mit der Legalisierung der Prostitution unter der rot-grünen Bundesregierung 2002 ging die Hoffnung einher, Prostituierte herausholen zu können aus dem Dunkelfeld und ihnen einen Zugang zu den Sozialversicherungssystemen zu ermöglichen. „Doch das Gesetz geht an der Realität vorbei“, sagt Frank Heinrich, 1. Vorsitzender des Bündnisses „Gemeinsam gegen Menschenhandel“. Das Bündnis setzt sich ein für die Einführung des Nordischen Modells, das u.a. ein Sexkaufverbot vorsieht und damit die Käufer kriminalisiert, nicht die Prostituierten.
Im Gespräch mit Regina König berichtet Frank Heinrich von politischen Irrwegen, von Zwangsprostitution und der Traumatisierung der Betroffenen: „Prostitution ist ein Verstoß gegen die Würde des Menschen“, so der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete.
Frank Heinrich war von 2009 – 20021 CDU-Bundestagsabgeordneter. Bis März 2025 stand er als Co-Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Deutschland vor. Heute arbeitet der ehemalige Heilsarmee-Offizier über die Agentur Piron als Berater und Coach für christliche Hilfsorganisationen mit dem Fokus „Menschenhandel“.
Ihr Kommentar
Kommentare (1)
Ich bin im Fediverse ("Mastodon") unterwegs, wo die Leute eher links eingestellt sind. Dort wird das Nordische Modell ziemlich verrissen, was wohl auch mit einigen Studien belegt wird. Ich kenne mich … mehrda zu wenig aus. Im Interview wurden zuerst "viele Experten" ins Feld geführt, aber wer sind diese? Gibt es belastbare Studien (plural), die belegen, dass das nordische Modell Frauen wirklich geholfen hat? Mir geht es dabei nicht um "Dogma", sondern um Wahrheit. Was stimmt, was nicht? Nun könnte man sagen, dass Christen nicht lügen - aber da habe ich leider sehr oft andere Erfahrung gemacht, gerade, wenn es um Dogmen geht, die es gilt, zu verteidigen. Außerdem würde ich mich freuen, wenn man sich darüber z. B. im Fediverse austauschen könnte. Denn sonst spricht man einmal mehr nicht mit-, sondern nur übereinander. Das wäre schade.