/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Da will man einmal alles richtig machen!
Gedanken von Bernd Kortmann zu 3. Mose 1,10
Will er aber von Schafen oder Ziegen ein Brandopfer darbringen, so opfere er ein männliches Tier, das ohne Fehler ist.
Vor einigen Jahren habe ich eine Anfrage erhalten für eine Andacht auf der theologischen Woche in Ewersbach. Darüber war ich ehrlich gesagt ein wenig stolz. Denn mit der Andacht starten eine Menge Pastorinnen und Pastoren in den Tag während dieser Konferenz.
Dann passiert es, ich mache meine Flasche Wasser auf, weil ich noch ein Schluck trinken möchte, bevor ich auf die Bühne gehe. Kaum ist die Flasche offen sprudelt es nur so heraus und mein Hemd ist großflächig nass.
Was soll ich jetzt machen? Mit nassem Hemd oder einfach in T-Shirt auf die Bühne gehen? Ich wollte schon etwas förmlich aussehen. Schlussendlich bin ich einfach so hochgegangen und hatte nach einer kurzen Erklärung die Lacher und Zuhörenden auf meiner Seite.
Eines der fünf Bücher Mose, die nach einem sehr wichtiger Mann Gottes im Alten Testament benannt sind, enthält viele Verhaltensregeln. Darunter finden sich auch eindeutige Anweisungen zur damaligen Opferung von Tieren. Im dritten Buch Mose Kapitel eins Vers zehn steht zu so einer Opferung folgende Regel:
„Will jemand ein Schaf oder eine Ziege als Brandopfer darbringen, soll er ein männliches Tier ohne Fehler nehmen.“
Ein männliches Tier, ohne Fehler, entweder ein Schaf oder eine Ziege. Hier wurde wirklich ganz, ganz penibel darauf geachtet, ob diese Dinge erfüllt wurden. Das bedeutete keine Flecken, sondern vollkommen reines Fell, keine Narben, Kratzer oder körperliche Beeinträchtigungen.
Ich bin dankbar, dass wir in unserer Zeit keine Tieropfer mehr darbringen müssen. In unserer Zeit dürfen wir fehlerhaft leben, wir dürfen Schwäche zeigen und daran lernen. Auch Gott müssen wir keine Opfer mehr bringen, sondern wir dürfen sein Opfer annehmen, welches er durch seinen Sohn Jesus Christus gebracht hat.
Dieser markante Vers bringt mich ins Nachdenken. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto dankbarer werde ich, dass ich Fehler machen darf. Welches Missgeschick ist Ihnen zuletzt unterlaufen? Lassen Sie uns gemeinsam aus unseren Fehlern lernen, damit wir anderen vorleben: Fehler gehören zum Leben dazu.
Ihr Kommentar
Kommentare (3)
Vielen Dank für Ihre Ehrlichkeit, liebe Jutta und lieber Helmut. Das tut mir und uns im ERF sehr gut. :) Gemeinsam lernen wir aus Fehlern zu lernen.
Das ist ein sehr aufbauender Beitrag zum Thema "Fehler machen".
Niemand ist ohne Schuld. Wir machen alle Fehler, das wichtige ist, sie vor Gott zu bringen und es beim nächsten Mal besser zu machen! Bei Gott hat jeder eine zweite Chance!!
Ich spiele mit meinem fünfjährigen Enkel "Mensch ärgere dich nicht".
Nachdem er mich 3x kurz vor dem Ziel rausgeworfen hat, habe ich geschummelt zu meinem Vorteil.
Kurz danach macht mich mein … mehrEnkel darauf aufmerksam, dass ich ihn auch hätte rauswerfen können. Er macht meinen Zug rückgängig und wirft sich mit meinem Setzer selber raus. Das hat mich stark berührt und zeigt mir wieder mal, dass Christen nicht ohne Sünden sind. Wenn's auch nur beim Spiel war.
Ich bin der, der versucht, ihm klarzumachen, dass man mit Unrecht nicht weit kommt und selber verhalte ich mich immer wieder auch nicht korrekt.
Ich werde mich bei ihm entschuldigen. Auch damit es mir wieder gut geht!
Alles Liebe, Helmut W.